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Geschichte einer konstitutionellen Monarchie : oder Geschichte Frankreichs unter Louis Philipp b.i. 1830-1848 : nach den besten Werken und authentischen Aktenstücken / dargestellt von Simon Kaiser
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vom rein rechtlichen und konstitutionellen Standpunkt aus auch war, "

so sehr wir die gerechten Bedenken gegen die Erregung eines Bür- ^

gerkrieges zu würdigen wissen, so müssen wir uns doch in die ^

?erKam- derjenigen stellen, welche eine derartige Nachgiebigkeit als Auf- d

norttüt^ geben der Partei und als ein unehrenhaftes Zurücktreten vor einem ^

selbst heraufbeschworenen Sturme betrachten. Die Dcputirten hatten ^

nämlich falsch gerechnet, wenn sie glaubten, mit ihrer Erklärung ^

würde das Danket nicht gehalten und der Sturm beschwichtigt wer- ^

den können. Sie hatten ein Element vergessen, das jetzt lebendig "

Austre- geworden und von nun an die entscheidende Rolle in der Revolu- ^

Volkes, tion spielen wird: das Volk, jenes große Ganze von einzelnen ^

Individuen, die trotz der verschiedenartigsten Auffassung einer Idee, *

eines politischen Gedankens, denselben dennoch zu fassen und zu wür-digen wissen und mit einer energischen Entschlossenheit in der Wirk- ^

lichkeit durchführen. Dasselbe hatte seit dem Aufhören der Auf- ^

stände nicht geruht, sondern war den parlamentarischen Bewegungen ^

und den sozialistischen Ideen mit tiefer Aufmerksamkeit gefolgt, und "

hatte in der ganzen Reformfrage den Gedankengang wohl bemerkt,daß es nun doch auch berufen sein sollte, an der Regierung ein ^

Wörtchen mitzusprechen. - ^

Der Rücktritt der Deputirten war für selbes der Fingerzeig, ^

daß es nun auftreten und den Führern folgen müsse, welche seit *

Jahren im Geheimen es geleitet hatten. ^

Ä2.Febr. Deshalb finden wir es am Morgen des 22. Februar frühe 5

schon in massenhafter Weise in Bewegung, wie es der Kirche St. §

Madeleine, den elyseischen Feldern, dem Koukordienplatze zusteuerte, §

die zurücktretenden Deputirten tadelte und den Namen Guizots, so ^

wie 1830 den Poliguac's, verfluchte. Einige Studenten und Ar- '

better begaben sich sogar über den Pont Royal zum Palais Bour- ^

Gewalt bon, dem Sttzungslokale der Deputirtenkammer, und antworteten der '

gegen °

Gewalt, jetzt zuerst erscheinenden Infanterie, die sie zurückdrängen will, mitPfeifen und Steinwürfen. Ihr Erscheinen, das eigentlich durchdie Ermuthigung des Hofes wegen der Rücktrittserklärung der De-putirten der Opposition bedingt war, hatte aber zunächst gar keine