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Geschichte einer konstitutionellen Monarchie : oder Geschichte Frankreichs unter Louis Philipp b.i. 1830-1848 : nach den besten Werken und authentischen Aktenstücken / dargestellt von Simon Kaiser
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Englands ist; allein seine Wahl hat unbestritten das Verderblichegehabt, daß sie die Ueberlegenheit der britischen Staatskunst zeigteund die Belgier nöthigte, nicht mehr an unsere Geschickltchkeitoder an unser Uebergewicht zu glauben. Da liegt das Uebel. DieFolgen kann man voraussehen. Die Engländer haben so im Nor-den von unsern Gränzen einen Brückenkopf zum Kriege erworben,und überdieß sind Birmingham und Manchester, d. h. die englischeIndustrie, vor unsern Thoren. Man verspricht uns zwar, daß dieFestungen, welche ehemals gegen uns erhoben wurden, abgetragenwerden sollen. Abgetragen? Da es so vorthetlhaft wäre, sie stehenzu lassen und sie zu den unserigen zu machen. Ueberdieß hat derGraf Grey in Bezug auf diesen Punkt die Kronrede zurückgewiesen;weiset nun Eurerseits die kränkenden Erklärungen Grey's zurück!War es, was Polen betrifft, möglich ja oder nein demselbenanders als mit den Waffen in der Hand zu helfen? Ihr habetEuere Vermittelung angeboten: ist sie angenommen worden? Dashättet Ihr nun zeigen sollen. Wunderbar! Ihr habt einen Kon-greß bilden helfen, um einen Streit zu enden, der sich auf Hol-land und Belgien beschränkte, und Ihr habt keinen Kongreß zu Standezu bringen gewußt, um Unterhandlungen an die Stelle eines ab-scheulichen Krieges zu setzen. Wozu ein Zusammentritt nach demAufstand von Brüssel? Warum keiner nach dem Aufstand von War-schau? Eben deshalb, weil im ersten Falle die Vereinigung sichgegen uns bildete, während sie im zweiten sich gegen Rußland ge-staltet hätte? Hättet Ihr doch die polnische Nationalität anerkannt!Denn insofern Frankreich, durch Euch regiert, nicht auf einmal derGegenstand des Gelächters geworden ist, so müssen wir zugeben,daß irgend eine Macht in seinem Wollen liegt, wenn es thatkräftigkund gegeben wird. Welche Wirkung hätte nicht in Lithauen,in Volhynien, in Podolien, in Galizien, in Ungarn diese feierlichvon Frankreich ausgesprochenen Worte hervorgebracht: ,wir aner-kennen die polnische Nationalität.' Es war also nicht nothwendig,um ein Volk zu retten, unserer Armee 400 Stunden zu durchlaufenzu geben. Was die Furcht betrifft, Oesterreich und Preußen-