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kein Theil Galiziens, beinahe kein Schloß, in dem nicht Mord,Todtschlag, Schändung und Mißhandlung von Personen, Raub,Diebstahl, kurz jede Verletzung der Person und des Eigenthumsverübt worden, und zwar dies Alles im Großen betrieben, ohnedaß eine gesetzliche Einschreitung dagegen erfolgte. „Nie, auchin den furchtbarsten Tagen der Revolution sah man nicht so vieleund so bedauernswerrhe Uebelthaten. Und gerade bet den Revolu-tionen werden sie nur wegen Mangel jeder Regierung verübt; hiergab es eine starke Regierung, welche gleichwohl nichts dagegenthat." So erzählen und urtheilen, bis jetzt unwiderlegt, objectivefranzösische Historiker.
Wie hängt aber diese Erzählung der galizischen Gräuelthatenmit Krakau zusammen? Auf zweifache Weise: einmal um dieLiebe zu den Völkern und zur Gerechtigkeit zu zeigen, die Oester-reich befähigen, sich zum Schutzherrn des europäischen Völkerrechtesund zum Wächter der Wiener Verträge auszuwerfen; — dann aberauch, weil die Verbündeten in Galizien, welche später den Verwandfür die Metzeleien bilden mußten, in Krakau ihre Mitverschwo-renen hatten und, wie Oesterreich behauptet, von dorther auchUnterstützung empfiengen.
Während daher den 16. Februar der Senat von Krakau aufdie Anfragen der Gesandten der drei Mächte diesen die Versicherunggab, daß in der Stadt gar keine Gefahr zu befürchten sei, wennsie nicht von außen käme, rückte den 18. der österreichische Ge-neral Collin schon mit seinem Truppenkorps in Krakau ein. Erfand in der Stadt, da die Verbündeten nur in kleiner Zahl vor-handen und durch den plötzlichen Einmarsch überrascht waren, ge-ringen Widerstand, zog sich den 22. aber in aller Eile nach Ga-lizien zurück, wie er die Nachricht erhielt, daß von allen Seitenaufständische Polen gegen die Stadt vorrückten. Eine revolutionäreRegierung mit einem Diktator an der Spitze folgte in der Stadt;einige Polen, Herren und Bauern, glaubten bereits, die Zeit derWiederausstehung ihres Vaterlandes sei gekommen, und zogen mitBanner und Gesang in die Stadt ein. Leider sollten sie nur zu