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Das Buch der Natur : die Lehren der Physik, Astronomie, Chemie, Mineralogie, Geologie, Physiologie, Botanik und Zoologie umfassend : allen Freunden der Naturwissenschaft, insbesondere den Gymnasien, Real- und höheren Bürgerschulen gewidmet / von Friedrich Schoedler
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491
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Aufnahme der mineralischen Pflanzenbestandtheile. 491

sie anderwärts nicht finden. Der Borasch und der Stechapfel erscheinenimmer nur in der Nähe der bewohnten Orte, denn Leide Pflanzen haben Sal-peter nöthig, der sich nur aus den verwesenden Abfällen der Menschen undThiere bildet (Chemie §. 69).

Ebenso fehlen einzelne Pflanzen in manchen Gegenden gänzlich, die dichtneben diesen in anderem Boden in Menge vorkommen. In dem Thonbodender Rheinpfalz sucht man vergeblich das Honigreiche Heidekraut und die gelbeGinster, die nur einige Stunden davon entfernt, in den Thälern des Haardtge-birgs und des Odenwaldes den Boden ganzer Wälder und Bergabhänge bedecken.

Für den mit diesen Verhältnissen Vertrauten giebt das Erscheinen undFehlen solcher charakteristischer Pflanzen den sichersten Aufschluß über die Be-schaffenheit des Bodens, ohne daß er eine Untersuchung desselben zu machen hat.

Das Vorhandensein von Wasser ist nothwendig nicht allein, um den Pflan-§. 100.zen Kohlensäure und Ammoniak zuzuführen, sondern auch um die mineralischenStoffe aufzulösen und so den Wurzeln aufnehmbar zu machen.

Ohne die hinreichende Wassermenge ist daher kein Pflanzemvachsthum denk-bar. Ein Boden mag Ueberfluß haben an Humus, Ammoniak und Salzen,alles dies ist ein verschlossener Schatz ohne die lösende Kraft des Wassers-

Die Fähigkeit des Bodens, das Wasser aufzunehmen und längere Zeit zu-rückzuhalten, ist abhängig von dem Gehalte desselben an Thon (Min. §. 49).

Allzu viel Thon ist jedoch dem Boden nicht minder nachtheilig, als derMangel desselben. In jenem Falle ist der Boden beständig naß, zusammen-hängend und der Luft unzugänglich und beim Austrocknen hart und undurch-dringlich für die Wurzeln. Nur die schneidenden Riedgräser und Binsen kom-men auf dem reineren Thonboden kümmerlich fort, und werden als Thon-pflanzen bezeichnet.

Dünger.

Nach angestellten Versuchen werden einem Felde von 4 Morgen (---10,000 §. 101.EiMeter, Physik §. 7.) durch eine Weizenärndte entzogen- 130 Pfd. Kalisalze,

67 Pfd. Kalksalze und 260 Pfd- Kieselerde, zusammen 357 Pfd. mineralischeBestandtheile. Darunter sind 112 Pfd. phosphorsaure Salze. Wiederholen wirauf einem und demselben Felde eine Reihe von Jahren hinter einander dieselbeAerndte, so ist es offenbar, daß demselben sehr bedeutende Mengen jener mine-ralischen Stoffe entzogen werden, daß die Oberfläche des Bodens an denselbenfortwährend ärmer werden muß-

In der That, nach wenig Jahren nimmt der Ertrag unserer Aerndtenmehr und mehr ab und lohnt alsbald nicht mehr die Aussaat. Die Ursachehiervon liegt darin, daß die Pflanze nicht mehr jene mineralischen Stoffe inhinreichender Menge vorfindet, die sie zu ihrer vollkommenen Ausbildungbedarf.

Wollen wir fortwährend ärndten, so müssen wir Sorge tragen, dem Boden