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Das Buch der Natur : die Lehren der Physik, Astronomie, Chemie, Mineralogie, Geologie, Physiologie, Botanik und Zoologie umfassend : allen Freunden der Naturwissenschaft, insbesondere den Gymnasien, Real- und höheren Bürgerschulen gewidmet / von Friedrich Schoedler
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Leben der Pflanzen.

wieder so viel an mineralischen Stoffen zurückzugeben, als wir demselben nehmen.Dies geschieht durch den Dünger.

Die Abfälle der Menschen und Thiere enthalten phosphorsaure und schwe-felsaure Salze; auf das Feld gebracht, sehen sie dieses wieder in den Stand,Pflanzen zu ernähren. Sie wirken ferner noch nützlich, indem sie beim Ver-wesen Kohlensaure und Ammoniak liefern.

Es ist klar, daß eine Menge von Substanzen als Dünger verwendbarsind, auch wenn sie nicht in der Form thierischer Abfälle uns zu Gebote stehen.' Gyps, gemahlene Knochen, Holzasche, Torf- und Steinkohlenasche, aus-gelaugte Asche, gebrannter Kalk, ammoniakhaltige Abfälle aus verschiedenenFabriken, alle diese Substanzen sind als Dünger vom größten Werth zu be-trachten.

Je genauer wir die Bestandtheile des Bodens kennen, desto zweckmäßigerwird die Wahl des Düngers ausfallen. Man wird sich begnügen, jedem Bodennur das Fehlende zu ertheilen, und oft mit einigen Säcken voll düngender Sub-stanz dasselbe ausrichten, wozu ebenso viele Wagen voll unpassenden Düngersnöthig waren.

In dieser Beziehung haben sich seither zwei Stoffe von auffallend günstigerWirkung erwiesen, indem sie, in verhältnißmäßig geringer Menge auf den Ackergestreut, die Ertragfähigkeit desselben ungemein erhöhen. Es sind diese derGyps und das Knochenmehl

Die Wirkung des Gypses ist so auffallend, daß Franklin, der das Ver-fahren, die Felder und Wiesen mit Gyps zu bestreuen, in Europa kennen lernte,dasselbe nach Amerika zu verbreiten suchte Er fand jedoch bei seinen Lands-leuten wenig Bereitwilligkeit, denn Niemand glaubte an die versprochenen Wun-der, welche ein Sack voll Gyps auf ein Feld ausüben sollte. Da streute dennFranklin in großen Buchstaben auf ein Feld am Bergabhange die Worte hin:»Wirkung des Gypses». Das üppige Wachsthum der Pflanzen an denbestreuten Stellen machte bald den Werth dieses neuen Dungmittels jedem Vor-übergehenden in's Auge fallend, und es bedurfte nun zu seiner Anwendungkeiner weiteren Empfehlung.

Der Gyps besteht aus Schwefelsäure und Kalk (Chemie §. 81). Er ent-hält demnach Schwefel und Kalk, zwei Stoffe, die als wesentliche Bestand-theile vieler Pflanzen angeführt worden sind.

Ueber die Wirkung des Gypses herrschen verschiedene Ansichten; theilsschreibt man sie seinem Gehalt an Schwefel zu, theils seinem Verhalten gegendas im Boden befindliche kohlensaure Ammoniak. Er zersetzt sich mit diesemin schwefelsaures Ammoniak und in kohlensauren Kalk; ersteres ist wenig flüch-tig und wird daher mehr im Boden zurückgehalten, als dies bei dem sonst leichtin die Atmosphäre entweichenden Ammoniak der Fall ist. Der kohlensaureKalk kann in kohlensäurehaltigem Wasser gelöst in die Pflanzen überge-hen. Endlich wird die Wirksamkeit des Gypses einfach aus seinem Kalk-gehalt hergeleitet, da er sich den Kalkpflanzen, und insbesondere dem Klee so