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Flora von Pommern und Rügen / herausgegeben von Dr. Wilhelm Ludwig Ewald Schmidt
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374
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374 Terminologie.

Arten der Frucht.

§. 71. Die Frucht erscheint in sehr mannichfachcn Fvmic»«nd ist die genaue Kenntniß folgender Hauptartcn dringend nöthig:

1) Die Caryopse, oar^vgsis, ist eine einsamigc, nichtaufspringende Frucht, welche aus einem oberständigcn, freien Frucht-knoten hervorgegangen, und bei der Reife mir einer trockenen Hülleversehen ist. Diese kann dünn und dem Samen fest aufgewachsen,Gräser, oder dicker und nicht verwachsen, Hüllet,u»>, Ik»»unc»Ius,oder gar knöchern sein, in welchem letztem Falle sie auch gewöhn-lich Nuß, n», genannt wird.

2) Die Flügelfrucht, s»,«»,», ist eine ein- oder wenig-samige Frucht, mit trocknet, lockerer, aus einem freien Fruchtknotenhervorgegangen» Fruchthülle, welche eine dünnhäutige Einfassung,oder einen derartigen Anhängsel, Flügel, »In, hat. Einsamig istdie Frucht von lilmus, scheinbar einsamig bei br»»iu8, zweisanngbei -4cer.

3) Die Achäne, Schließfrucht, »<-!,»»,», »elienl»,», isteine ein- oder zweisamige Frucht, welche aus einem, mit der Röhredes Kelchs oder Blüthenhülle verwachsenen Fruchtknoten entstandenist; ist sie zwei^amig, so trennt sie sich bei der Rejfe in zwei Theile.Cinsamige Achanen haben die Compositen, zweisamige die Dolden-pflanzen, 6»Ilu,», ^-xe,ul». Ist die Achäncnhüllc hark, holzig oderledrig, so nennt man sie auch kurz fort Nuß, I»g»8, l)o>z-i8,und Eichel, xlans, wenn sie außerdem noch mit einer Bccherhülleversehen ist,

Der freie Kelchsaum einer Achäne, wird Fruchtkronc,papp»», bei den Compositen genannt, gleichviel ob er haar- oderborstenförmig getheilt ist oder nicht, bei andern Pflanzen aber nur,wenn sie haar- oder borstenartig sich zeigt, V»Ieri»n».

4) Die Schlauchfrucht,tric,ll8, ist eine cinsamige,aufspringend: Frucht, mit dünner, lockerer Fruchthülle, ^.m»r»ntl,us,

5) Die Kapsel, c»j>«>,!», ist eine mehrsamige, bald ge-schlossene, bald verschiedenartig sich öffnende, trockne Frucht, welchedurch die innige Verwachsung mehrer einfacher Fruchtknoten ent-standen.

7) Die S ch o tc n fru ch t, silsti»», ist eine den Cruciserenallein zukommende, mit zwei Langsfächern versehene Kapsel, dieihre wcchstlwcis stehenden Samen an den zwei sich gegenüberstehen-den Nähren, welche durch eine Scheidewand verbunden sind, tragt,von unten nach oben, wenn eS überhaupt geschieht, aufspringt und