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wahrscheinlich von mir mehr als von irgend Jemand sonstauf dem Schiffe der Aufmerksamkeit für Werth gehaltenwurde. ES war ein Mann, der dem vierzigsten Jahre naherals dreißigsten stand und dem man ansah, daß ihn die schöneGegenwart wenig interesfirte und sein Sinnen und Trachtenvon dem der meisten Menschen seiner Umgebung wesentlichverschieden war. Sein Anzug war schwarz, die weiße Hals-binde a I-» krrmkiin gebunden, das rabenschwarze Haar sorg-fältig gescheitelt und glatt gestrichen, der GestchtSauSdruckentschieden asketisch, weltverachtend und demüthig. Selbstin seinen gewöhnlichsten Bewegungen lag etwas gesucht Lang-sameö und eine Absichtlichkeit, von den übrigen Menschen-kindern sich zu unterscheiden. Ging er, so hing der Kopfetwas vorwärts, die Augen waren zu Boden gesenkt undwarfen nur selten seitliche Blicke. Die beiden Arme kreuztensich nicht nach weltlicher Weise auf dem Rücken, sondernhingen etwas nachläßig vorn herab, die linke Hand über dierechte gelegt. Von Zeit zu Zeit wechselte der Mann seinenSitz auf den Bänken und Sesseln des Verdeckes und nichtselten sah man kleine Büchelchen an den verlassenen Stellenliegen. Ich war neugierig genug, einige in die Hand zunehmen und überzeugte mich bald, daß deren Inhalt mitdem Aeußern meines Mannes im vollkommensten Einklangstand. Daß der Mensch durch und durch sündhaft und absolutunfähig sei, daS Gute auch nur zu wollen, geschweige zuthun; daß durch Adams Fall nicht allein die gesammteMenschheit, sondern selbst die ganze Natur mit Fluch bela-stet worden und in die größte Unordnung gerathen sei unddaß nur durch das Blut des Lammes der entflammte ZornGottes wieder beschwichtigt und Harmonie und Versöhnung