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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
Entstehung
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in die Welt gebracht werden könne; dieß und noch vielesAndere enthielten die deutsch? französisch und englisch ge-schriebenen Büchelchen in sehr eindringlicher Sprache aus-einandergesetzt und am Schlüsse wurde der Sünder zusofortiger Bekehrung unter Androhung ewiger Höllenftrafenaufgefordert.

Ich fühlte Lust, mit dem Verbreiter dieser merkwürdigenTraktätchen in ein Gespräch zu kommen, welche zu befrie-digen mir wirklich nicht schwer wurde. Ich setzte mich beischicklicher Gelegenheit in seine Nähe und begann meineUnterhaltung mit ihm etwa folgender Maßen: Wie schönist doch diese Umgebung, wie herrlich der Rhein! Jawohl,wurde mit süßlich sanfter Stimme erwiedert, aber dieseschöne Welt vergeht mit all' ihrer Lust und Herrlichkeit.DaS mag sein, ist sogar höchst wahrscheinlich, denn nichtsdauert ewig, entgegnen ich; vor der Hand scheint mir aberdoch noch keine große Gefahr hiefür vorhanden und derWeltuntergang noch etwas ferne zu sein. Der gute Mannnahm diese unschuldig gesprochenen Worte sehr ernsthaft aufund machte mir in ziemlich unverblümten Ausdrücken be-merklich, daß ich noch von arger Weltlust erfüllt, in mirder Sinn für daö Licht noch nicht eröffnet und mein inneresAuge noch sehr stark verblendet sei. Bereitwilligst gab ichihm die erste seiner Behauptungen zu und bekannte ihm offen,daß eS mir in dieser Welt noch gar wohl gefalle, ich sie fürdie bestmögliche halte und nichts sehnlicher wünsche, als nochrecht lange Bewohner derselben und Bewunderer ihrer Schön-heiten zu bleiben. Ich sagte ihm unverholen, daß ich eSmir zur Hauptaufgabe meines Lebens gestellt habe, in derWelt mich so heimisch, mit der Natur so vertraut als möglich