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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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95
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Heutigen Tageö sucht man i» England ein ähnliches Zelo-tengeschrei gegen die Wissenschaft und namentlich gegen diebritische natnrforschende Gesellschaft zu erheben/ deren Bestre-bungen als irreligiös zu verdächtigen/ nnd wie es scheint/ dirGeologie als diejenige Wissenschaft zu bezeichne«/ welche vor-zugsweise zum Unglauben nnd zur Schriftverachtung führe. Eingroßer Theil der Präsidialrede bezog sich daher auf diesen Punktund Vernon Harcourt gab sich viele Mühe/ den Beweis zuliefern/ daß die Wahrheiten der Offenbarung nie in Wider-sprnch treien mit den Ergebnissen naturwissenschaftlicher For-schungen. Für ein englisches Publikum mag die öffentlicheBehandlung eines derartigen Gegenstandes sehr passend undauch von großem Interesse sein; in Deutschland aber/ woglücklicher Weise die Wissenschaft/ wenigstens dermalen noch/auf einem nnbeengten Boden sich bewegt/ hat man nichtnöthig/ ihre religiöse Unschädlichkeit in öffentlichen Ver-sammlungen darzuthun und vor dem verdächtigenden Geredebeschränkter Köpfe sich zu fürchten; wenn gleich nicht inAbrede zu stellen ist/ daß in unserem geistesfrcien Vaterlandeanf einigen Seiten starke Gelüste sich regen/ wissenschaft-lichen Geist der Herrschaft eines geisttödtenden Buchstabcn-glaubenS zu unterwerfen. Wir werden uns aber die ererbteund zum allgemeinen Volksgut gewordene intellektuelle Frei-heit nicht so leicht entreißen lassen/ sollte auch ein noch soernsthafter Versuch gemacht werde»/ uns dieses edlen Vor-rechtes zu berauben.

So gerne ich einen Blick in die verschiedenen Sectionender Gesellschaft geworfen hätte/ so gestatteten cS mir dieUmstände doch nicht/ andere Sitzungen als diejenigen derchemischen Abtheilung zu besuchen. Nur einmal wohnte ich