daß unter solchen Umstände» ein Mann plötzlich g»t spreche,wenn dieß ein öffentlicher Anlaß erfordert. Die Sprache,die er nun zu reden hat, ist ihm gewissermaßen eine fremdeund er wird sich ihrer unmöglich mit der Freiheit undSicherheit bedienen können, mit welcher es diejenigen thun,denen durch tägliche Uebung richtiges Reden zur zweitenNatur geworden ist. In England wird unter den bessernStänden auch im täglichen Leben durchgängig gut gesprochen;eS würde daher ein wahres Wunder sein, wenn die Britenschlechte öffentliche Redner wären.
In Folge deutscher socialen und politischen Verhältnissehat bis jetzt unsere Sprache noch nicht den stereotypenKarakter erlangt, welchen die englische schon längst besitztund dicß ist ein weiterer und ich glaube nicht unwesentlicherGrund, welcher dem Deutschen die öffentliche Rede schwie-riger macht, als dem Engländer. Dieser hat, um gewisseBegriffe und Verhältnisse zu bezeichnen, gleichsam nur inden Sprachschatz hineinzugreifen und ihm stehen von Jeder-mann gebrauchte Ausdrucke ganz fertig zu Gebot, währendder deutsche Redner sie in der Regel erst neu schaffen muß.Doch knüpfen wir wieder den gebrochenen Faden unserer Er-zählung an.
Für jede von, Präsidenten ausgebrachte Gesundheit mußtenatürlich gedankt werden. Eine einzelne Dankerstattung dauertemanchmal eine halbe bis eine Stunde; da dieser Anlaßhäufig benützt wird, um irgend einen paßlichen Gegenstandvon allgemeinerem Interesse zur öffentlichen Sprache zubringen. Buckland z. B., der die der Universität Oxfordausgebrachte Gesundheit zu erwiedern hatte, gab in seinerDankrcdc der britischen Regierung einige Lektionen wegen