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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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110
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ihrer immer noch zu geringen Theilnahme an wissenschaft-lichen Unternehmungen und Anstalten; eiferte gegen das»»gegründete in England jetzt vielfach sich kundgebende Vor-urtheil, daß naturwissenschaftliche Forschungen einen irre-ligiösen Sinn begünstigten, und noch über vieles Anderemehr ließ sich der geistreiche Geologe bald auf eine humo-ristische, bald ernste Weise aus.

Da dem anwesenden Gesandten der vereinigten Freistaa-ten ein Toast ausgebracht wurde, so hatte ich Gelegenheit,diesen vielfach gerühmten transatlantischen Diplomaten spre-chen zu hören und eine gute Probe nordamerikanischer Be-redsamkeit zu vernehmen. Mr. Stevensons Sprachstyl fandich ganz so, wie uns nordamcrikanische Redeweise schon oftgeschildert worden ist; der Sprecher gebot mit großer Leich-tigkeit über Worte und Phrasen; auch verfehlte er nicht, aufdieselben viel Emphase zu legen und sie mit lebhaftem Ge-bärdenspiel und starken Armbewegungen zu begleiten. SeineRede bezog sich auf einen kitzlichen Gegenstand, ncmlich aufdas Verhältniß Nordamerika'S zu Großbritannien; mit großerdiplomatischer Gewandtheit wußte er aber zwischen denKlippen britischer und amerikanischer Empfindlichkeiten un°angestoßen durchzusteuern und mit Kunst beiden Völkernangenehme Dinge zu sagen. Amerika war die Tochter wür-dig der britischen Mutter, beide gemacht sich gegenseitig zulieben, zu achten und von einander zu lernen. Die Bered-samkeit des Diplomaten machte auf das anwesende Publikumeinen größer» Eindruck, als auf meine Wenigkeit; dennhäufig wurde der Redner durch stürmischen Beifall unterbro-chen, zu dem ich, ich gestehe eS offen, nichts beitrug. Nachmeinem Geschmacke mangelte es der amerikanischen Rede