Buch 
Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
Entstehung
Seite
142
JPEG-Download
 

142

mit allen Bequemlichkeiten versehene und gegen den Regenvollkommen schützende Barke führte die Notabilitäten derGesellschaft, namentlich Buckland, Murchison und den Mar-quis von Northampton auf einem Kanal bis nahe zu densogenannten 6nv6,n8. Auf diesem etwa acht Meilen

langen Wasserweg begegnet dem Blicke Wunder nach Wun-der, sieht man hundertfache Beweise von der Kühnheit desUnternehmungsgeistes und dem Umfange des Gewcrbfleißeöin Großbritannien. Nach allen Seiten hin gehen Kanälein die unermeßlichen Kohlen, und Eisenwerke; die ganzeGegend ist mit Hochöfen bedeckt, aus denen hohe Rauch-und Feuersäulen emporsteigen und welche deßhalb namentlichdes Nachts einen großartigen und höchst eigenthümlichenAnblick gewähren. Da ich weiter unten noch einmal aufdiesen Gegenstand zurückkomme, so will ich sofort zur Be-schreibung unseres Besuches der Uustl«^ tlsvei-ns übergehen.

Diese Kalkhöhlen, obgleich nur das Werk der Kunst,haben eine Länge von nahe einer englischen Meile und eineHöhe von etwa hundert Fuß. Die Breite mag etwa fünfund siebenzig Fuß betragen. Wozu aber eine solche riesen-hafte Höhle durch Menschenhände machen lassen? Die be-nachbarten Eisenwerke haben zur AuSschmelzung des Metallesals Zuschlag eine ungeheure Kalkmasse nöthig und Lord Wardversorgt dieselben aus den ihm zugehörigen vullle^ 6»v«rn8mit diesem Bedürfnisse. Man kann sich von der Menge deszu diesem Zwecke ausgegrabenen Kalkes eine Vorstellungmachen, wenn man erfährt, daß in wenigen Jahrzehntendie erwähnte Höhle durch das Ausgraben dieses Gesteinesentstanden ist und (nach mehreren mir gemachten Angaben)der Eigenthümer aus besagten Kalkgruben eine jährliche