Buch 
Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
Entstehung
Seite
157
JPEG-Download
 

157

und mich i» meiner frühern Ansicht zu bestärke», daß Albionvorzugsweise das Land weiblicher Schönheit sei.

Die Haut der englischen Frauen ist so rein, so durch,sichtig und frisch, daß daS verwöhnteste Künftlerauge sie alstadellos anerkennen muß. Die Gesichtsfarbe gleicht in derRegel dem zartesten Rosenroth; der Wuchs deö Haares isthäufig üppig und selten sieht man dasselbe überblend, ge.wöhnlich braun, wohl auch schwärzlich und bisweilen röth-lich. Die Zähne wetteifern durchschnittlich mit der Weißedes Elfenbeins, sind dafür aber auch Gegenstand ganz beson-derer Pflege und Sorgfalt ihrer schönen Eigenthümerinncn.Daö Gesicht hat in der Regel einen ovalen Schnitt und nurselten sieht man an den eigentlichen Engländerinnen hervor-stehende Backenknochen; sein Ausdruck ist eigenthümlich weichund zart, obgleich im Ganzen gehalten und gemessen. Blaueund braune Augen schienen mir die vorherrschenden undMangel an Lebhaftigkeit kein Fehler derselben zu sein; esist aber ihr Feuer durch eine gewisse Sanftheit gemildert.Die Augenlieder sind oft auf das Feinste geschnitten, derenWimpern zarter Seide gleich und die Braunen gerade starkgenug, um in das lichte Antlitz einen angenehmen Schattenzu zeichnen. SchnippnäSchen bemerkt man selten und dielangweilige griechische Form dieses so wesentlichen Gesichts-theileö wird glücklicher Weise auch nicht sehr häufig ange-troffen. An Korallenlippcn ist kein Mangel und der durchsie gebildete Mund drückt oft die größte Anmuth und denbezauberndsten Liebreiz aus. Hals und Nacken sind häufigvon vollendeter Schönheit und jenen verwünschte» Anschwel.lungen, die in vielen Ländern leider nur zu bekannt sind,begegnet man in England nnr alS äußerst seltenen Ausnahmen.