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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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197
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vernünftig nun dieß auch ist, so fragt eS sich doch recht sehr/ob die kontinentalen Pietisten des heutigen Tages nicht nochgroßen Anstand nehmen würde«/ in einem frühern Theater-gcbäude ihre Andachtsübungen ;u verrichten.

Die Aufschriften/ welche manche Kapellen tragen/ habenfür den Festländer etwas Auffallendes und erinnern an dieZeiten der liebenswürdigen Rundköpfe/ welche bekanntlichgroße Judaicomanen waren und ihre Nation und deren An-gelegenheiten mit nichts Höherem zu vergleichen wußten / alsmit dem Volke Israel lind dessen Geschichte. So z. B. siehtman auf einem etwas erhöhten Punkte von Birmingham einnicht ganz unschönes/ mit einer Reihe dorischer Säulenverziertes Gebäude/ an dessen Vorderseite in riesenhaftenBuchstaben der NameBerg Zion" geschrieben steht.

Meine Bemerkungen über dieses Kapitel schließend, willich noch erwähnen/ daß eben/ als ich in Birmingham war/an dem Aufbau einer großen katholischen Kathedrale eifrigstgearbeitet wurde, welcher Umstand zu beweisen scheint, daßder Glaube Roms selbst im Herzen deS protestantischen Eng,lands Raum gewonnen hat. Später werde ich noch einmalauf diesen nicht ganz uninteressanten Gegenstand zurück,kommen.

Daß eine Stadt, die täglich so unermeßlichen Gewinnzieht aus einer erweiterten Kenntniß der Natur und in derenMitte früher Forscher ersten Ranges, ein Watt und einPriestlcy lebten, für Naturwissenschaft im Allgemeinen undfür Chemie und Physik insbesondere ein lebhaftes Interessenehme, versteht sich eigentlich von selbst. Birmingham besitztschon seit dem Jahre 1800 eine naturforschende GesellschaftU'lülosopkiorck 8 ooiet^). Anfangs war dieselbe freilich unbe-