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gens in Begleitung meines gütigen Wirthes nach WindsorCaötle hinüber zu fahren, das nur etwa zwei englische Meilenvon Slough entfernt liegt.
Wenn große Palläfte in der Regel arge Langeweile er-regen, so macht derjenige von Windsor jedenfalles eine rühm-liche Ausnahme; denn einen herrlicheren und großartigernKönigsitz, als das fragliche Schloß, kann es wohl auf demweiten Erdenrund nicht geben. Die ganz eigenthümlicheBauart, das massenhafte Mauerwcrk, die mächtigen Thürme,die weiten Thore und stattlichen Zugänge, die Größe desUmfanges, die geräumigen Höfe, auch die bläulich graueFärbung deS Aeußern der Gebäude und endlich die hoheLage des Ballastes fehlen nicht, auf jeden Beschauer einenangenehmen, ja gewaltigen Eindruck hervor zu bringen. Obgleich verschiedene Theile dieses Schlosses sehr verschiedenenJahrhunderten angehören, so herrscht dennoch in denselben. eine gewisse Uebereinstimmung. Bekanntlich schlug Wilhelmder Eroberer zum ersten Male sein Hoflagcr hier auf; eödürfte jedoch aus jener Zeit wenig mehr in Windsor zu sehensein, da schon Eduard der Dritte die Burg beinahe gänzlichumbauen und erst vor wenigen Jahrzehnten noch der pracht-liebende Georg der Vierte die durchgreifendsten Veränderun-gen vornehmen ließ.
Dem Fremden wird gegen ein mäßiges Trinkgeld mitgroßer Bereitwilligkeit das Innere des PallafteS gezeigt undich bedauerte nicht, einige Stunden zu seiner Besichtigungverwendet zu haben. Die Einrichtung der königlichen Ge-mächer steht mit der großartigen Außenseite des Schlossesin vollkommenster Uebereinstimmung und kaum werde ich zubemerken brauchen, daß in denselben die größte Pracht, der