Band 
Physikalische Arbeiten der einträchtigen Freunde in Wien. [Zweyter Jahrgang.]
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die bey ihrer Erhärtung gleichsam ein kriftallinischeS Korn angenommenhaben, daher er immer schuppig erscheint, und oft andere Bestandthei-le, z. B- Glimmer, Quarz, Schörl gleich den Ganggebirgsarten mseiner Miscl ung hat. Dieser Kalkstein, der unter dem Namen des sali-nischen bekannt ist (OLlcarsus in-egaaliilis Wall.), wird nie in Schich-ten abwechselnd mit andern Gebirgsarten, sondern immer in mächtigenübereinander aufgesetzten Lagern und Banken gefunden- und kaum hatman je eine Versteinerung darinnen entdeckt.

Eine andere Gattung Kalkstein ist der dichte oder von unfühl-bahren Theilen, der aber auch manchmal ein gröberes Korn zeigt, unddann körniger Kalkstein heißt. Diese Art hat wohl nie, oder nur äus-serst selten und zufällig,-Bestandtheile von Ganggebicgen, wohl aberVersteinerungen eingemischt. Sie macht zwar ebenfalls mächtige Ge-birge aus, ihre Schichten sind, aber ungleich mächtig und von unglei-chem Korn. 0).

Diese Umstände, besonders aber die eingemischten Versteinerun-gen scheinen hinlänglich zu beweisen, daß dieser Kalkstein unter die zufälli-gen Gebirge zu zählen seye, da hingegen jener zu den ursprünglichen zu ge-hören scheint, und wahrscheinlich, wie oben schon gesagt worden, durch denNiederschlag eben jenes Stofes entstand, aus dem die Schalthiere ihreGehäuse bereiten, aus deren Zerstörung und Zermalmung, so wie ausder Abnuzung dieser älteren Kalkgebirge späterhin die dichten, körnigen,schieferigen Kalksteinarten entstehen konnten, die das Gepräge dieserEntstehungsart oft deutlich genug an der Stirne tragen.

Durch diese Meinung ist es auch klar, wo die Schalthiereden Stof zu ihren Gehäusen hernehmen, ohne gezwungen zu werden,daß man mit den Grafen Buffon eine uns unbekannte Kraft in den or-ganischen Körpern annehme, durch die eine gänzliche Verwandlung derThonerde in Kalk bewirkt werden sollte. Eine Verwandlung davon wirin der Natur und Kunst kein Beyspiel haben.

M z Nach

(->) Fcrb. Dr!cf. S. -n.