Sobald man den Wal- passirt hat, kömt man auf eine schönefruchtbare Fläche, das Tulnerfcld genannt, welches sich bis an die Do-nau fortzieht.
Die Weingebirge dauern bis St. polten immer fort. Manlast sie immer zur rechten an der Sonnseite, und sie gewähren dem Au-ge einen reizenden Anblik. Diese ohnehin angenehme Strasse wird einstum so besser zu passiren seyn, da des Kaisers Majestät solche eben erstmit jungen Alleen bepflanzen liessen, und diese Verordnung auch aufdieübrigen Heerstrassen in allen Dero Staaten ausdehnten. Was ich aberauf diesem Wege nicht erwartete, ist eine Menge Bettler, von denenman sozusagen alle Augenblicke angesprochen wird.
Safrangärten sah' ich bis St. polten nur wenige, ungeach-tet der Safran in diesen Gegenden, besonders um St. polten sehrgut geräth.
St. polten, alwo ich Abends ankam, und den ganzen dar-auffolgenden Tag, nämlich den Wonnemonds, blieb, ist eine ganzartige Stadt von 305 Häusern, worunter einige ganz ansehnlich sind.
Am frühen Morgen machte ich in der eine Viertlstunde vorder Stadt gelegenen Hammerschmiedte einen Besuch. Sie gehörtidermaleinem industriösen Manne, Namens Johann Mühlberger , und stehtauf gräflich trautsonschen Grund und Boden. Das ganze Werk hat zFeuer und 2 Hämer, wovon jeder 2 Zentner 40 Pfund schwer ist.Ausserdem ist noch eine Schleif - eine Stampf und eine Mahlmühle da-bey angelegt, die aber von keiner sonderlichen Beträchtlichst sind.
Die Feuergruben sind viereckigt und etwa einen Fuß tief.Die Formen sind von Kupfer, Halbrund abgerichtet, und von 7z bisiO Pfund schwer. Sie werden zu Seibs in Oberösterreich gemacht,und liegen fast ebensöhlig im Feuer, welches eine eiserne Stellung ohneBodenstein hat. Die Balgtiessen blasen hier nicht ins Kreuz, und
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