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Den übrigen Tag brachte ich damit zu, -aß ich Las Stift -ersogenannten englichen Fräulen, und -ie hiesigen Bibliotheken besuchte.
Das englische Stift ist ein Nonnenkloster, deren in Deutsch-land mehrere sind. In den oesterreichischen Staaten sind, soviel mirbekannt ist, drey; nämlich das hiesige, das zu Prag, und eines zuLrems. Sie haben deswegen den Namen der englischen Fräuleins,weil eine irrländische Dame ihre Stiften» ist, und weil nur Adelichein dasselbe aufgenommen werden. Von den übrigen Nonnen unterschei-den sie sich vorzüglich dadurch, daß sie sich mit der Erziehung jungerFräulein beschäftigen, daß sie auch nach der Profeß wieder heraus tret-teu, ja sogar heurathen können, wenn ihnen das Klofterleben nichtlänger gefällt, und daß auch Mannspersonen sie in ihren Zimmer spre-che!, dürfen, welches bey den übrigen katholischen Vestallinen nicht er-laubt ist.
Das hiesige Stift ist ein artiges Haus mit einer kleinen Kircheund einem ganz hübschen Garten. Es wurde bey meiner Anwesenheitvon 28 Nonnen und 28 Kostfräulcin bewohnt. Was man sonst Oberinoder Aebtissin nennt, heißt hier Oberstvorsteherin, welche Würde der-mal von einer Gräfin von St. Julien bekleidet wird. Eine 72 jährigeDame, die viel Verstand und Gutherzigkeit bewies.
Die Kostfräulcin find größtentheils Kontessen und Baronessendoch werden auch Kinder angenohmen, die eben nicht von Adel sind;wenn nur ihre Eltern einen -istinguirten Karaktcur haben. Es wareben Mittag, als ich eintratt, und ich traf also die holden Kinderchensbey der Tafel an, die ganz artig befielt war. Einige darunter hattennoch kaum 5 bis 6 Jahre; überhaupt werden sie mit einem Alter von4 Jahren angenohmen, und mit 18 Jahren entlassen.
Das jährliche Kostgeld besteht in 165 Gulden, wofür Früh-stück Mittags-und Abendskost, Beth, Wäsche und noch verschiedeneKleinigkeiten von weißer Wäsche gereicht werden. Hemder und die
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