Band 
Physikalische Arbeiten der einträchtigen Freunde in Wien. [Zweyter Jahrgang.]
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die Lebensart dieser Leute etwas anpaffenders seyn, als wenn man ihnenauferlegte, sich mit Versuchen und dem Unterricht in den nüzlichenWissenschaften zn beschäftigen? Einer könnte die Landwirthschaft,ein anderer die Naturgeschichte, jener die Technologie, oder diedünste und Gewerbe, dieser die Chemie, ein anderer die Experi-mentalphysik, wieder ein anderer die Mathematik, Mechanik, undso fort, zu seinem Hauptgegenstand wählen. Welche Felder würdensie hier zu bearbeiten finden, und wie viel Nuzen könnten sie dadurchsowohl durch neue Entdeckungen und Verbesserungen, als durch Unter-richt, vermenschlichen Gesellschaft leisten? — und können jährlich einigehundert oder tausend Gulden, die das Kloster hiezu aussetzte, wohlnüz-licher angewendt werden, als eben auf diese Art? — Doch genughiebon; ich hoffe das Vergnügen noch zu erleben, diesen Wunsch, wenig-stens in den oesterreichischen Staaten, realifirt zu sehen.

Ich verlies Mol? noch diesen Abend, und hatte das Vergnü-gen, mit dem Dechant von Z?ps, Herrn Schmid, in Gesellschaft bisLemmelbach zu fahren. Er ist einer der besten Landwirthe in dieserGegend, und war der erste, der hier den Gebrauch des Mergels ein-führte. Auch hat er versucht, die Brache abzuschaffen, und er hatmich versichert, daß er solches sehr nüzlich und sehr thunlich gefundenhabe. Es kömmt nur darauf an, sagte er, daß man keinen Mangelan Dünger habe; um diesen zu erlangen muß man eine proporzionirte An-zahl Vieh halten, und nur dieses wohl zu futtern, ist kein bessers Mit-tel, als Klee zu bauen, wozu der Mergel vortreflich ist. Die Mey-nung , daß ein Aker verhältnisweife eine reichere Ernde giebt, wenner alle z oder wenigstens alle 6 Jahre einmal brach liegt, ist also falsch,wie schon mehrere oekonomische Schriftsteller bemerkt haben. Und dochist es ein allgemein angenommener Grundsaz; selbst in denjenigen Ge-genden, wo die Landwirthschaft, wie z. B. in Obcrösterreich, auf ei-nem vorzüglichen Grade der Vollkommenheit steht. Der Hammer-schmid Mühlberger zu St. polten zeigte mir eines seiner Felder, dasschon seit zo Jahren nie brach gelegen hat, und doch alle Jahre eben soreiche Ernden giebt, als jeder andre gut gedüngte Aker. Ich wünsche,daß diese Beyspiele auf die österreichischen Landwirthe so viel Eindruck