Band 
Physikalische Arbeiten der einträchtigen Freunde in Wien. [Zweyter Jahrgang.]
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Die MaMsperscnen von vornehmem und bürgerlichen Standenagen sich wie in andern Ländern, die Bauern aber tragen gröstentheiSschwarze, braune, oder grüne tüchene Röke, Bundschuhe, schwarze le-derne Beinkleider, rothe Leibchen, und sehr grosse schwarze Hüte, dieentweder mit einem Sametbande oder mit einer goldenen Tresse geziertsind. Im ^niivierrl tragen sie auch wohl blaue Röke, wd lederneBauch gurten, oder Veygürtl. Die goldenen Tressen auf den Hütenfind besonders bey den Eisenarbeitern gewöhnlich, die sich überhaupt bes-ser , als andere zu kleiden pflegen.

Die Nahrung der Oberösterreicher ist besser als in vielen an-dern Ländern. Der Bauer ißt des Tages wie in Greyermark, 4 bisMal- und seine Speisen sind hier die nämlichen, wie dort. In vor-nehmen und bürgerlichen Häusern speist man ebenfalls sehr gut, und dieoberösterreichischen Köchinnen haben den Ruhm, daß sie sehr schmakhaftkochen. Eine Sache, deren Wahrheit jeder Reisende bestättigt findenwird; sollte er auch an keinem andern Tische, als in Wirthshäusern spei-sen. Man versteht hier, so wie in Bayern, vorzüglich die Mehlspeisengut zu zurichten. Auch kann man sich über den Preis der Lebensrnittelnicht beschweren, ungeachtet sie wegen der starken Bevölkerung theurersind, als z. B. in Steycrmarkt. Wenigstens wird man gut bedient,wenn man auch, besonders in Wirthshäusern, mehr zahlen muß, alsdie Sache werth ist. In vielen Ländern aber bekömmt man für schwe-res Geld doch nur ein schlechtes Essen, welches man von Oberösterreichgewiß nicht behaupten kann.

Im ganzen Lande wird nur deutsch gesprochen? der hiesigeDialekt ist aber von der reinen hochdeutschen Mundart so verschieden,daß ein Ausländer Mühe hat, die Oberösterreicher, besonders das ge-meine Volk zu verstehen. Selbst von der unterösterreichischen, steyer-schen, und tyrolerischen Mundart weicht er sehr ab. Die meisten Wör-ter werden änderst ausgesprochen, als sie sotten; und bey vielen werdenBuchstaben ausgelassen; z. B. Aef n Ber a hi, heißt, auf den Bershinan, und so verhalt sichs mit tausend andern.

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