Die Religion dieses Landes ist die Katholische, welche nur alleingedultet wird. Inzwischen giebt es doch um Isthl, Hallstadt rc. vieleheimliche Lutheraner, die aber, sobald man sie entöekt, nach Sieben-bürgen transportirt werdeu. 0).
Die Sitten des Landes sind von denen in Seeverniark rc., dieich in meinen Reisen nach Italien zu schildern suchte, nicht verschieden.Der gemeine Mann hat hier beynahe die nämlichen Gebräuche, wiedort; ist eben so redlich und arbeitsam, und auch ebenso wohlhabend.Ja man kann behaupten, daß sich, im Ganzen genohmen, der Bauernirgend besser steht, als in Oberösterreich; nur leidet dies in Vetrcfder Arbeitsleute im Salzkammergute eine Ausnahme, die Verhältnis-weise eine viel geringere Löhnung haben, als sich die übrigen Fabriken-arbeiter verdienen, und daher nichts oder wenig bey Seite legen können.
Der eigentliche Bauer hingegen, und besonders diejenigen umLinz, Greyer und waidhofen, stehen sich sehr gut; und es ist nichtsseltnes, daß sie ihren Töchtern 2200 bis 5000 Gulden als ein Heyraths-gut mitgeben. Ja es giebt Bauern, deren Vermögen sich ebensals, wiein Steyermark aus io, 20, 50 und mehr tausend Gulden beläuft.
Dieser Wohlstand hat seinen Grund unstreittig gröstentheils inder politisch- guten Einrichtung, in welcher der Bauer hier lebt. Je-der Bauer ist frey, und die Hütte, oder der Hof, den er besizt, istsein Eigenthum. Robbothen sind in Oberösterreich keine, oder nur sehrgeringe. Die Abgaben werden beynah gänzlich im baaren Gelde ent-richtet, und sind so mässig, daß sie ein fleisslger Hauswirth nicht fühlt.Was aber zum Wohlstand des Landmannes ausserdem noch vieles bey-trägt, ist die Gelegenheit, alle feine Produkten entweder zum auswär-tigen oder inländischen Handel gut abzusezen. Der inländische Handelwird insonderheit durch den starken Verbrauch der Fabrikenarbeiter be-lebt,
(s) So nämlich geschah' es vor dem Regierungsantritte Joseph des Zweiten.
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