Band 
Physikalische Arbeiten der einträchtigen Freunde in Wien. [Zweyter Jahrgang.]
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Ausser diesem befinden sich noch 5 andre solche Wasserthürme alhier,vermittelst welchen eine zwey Stunden von der Stadt entspringendegute Quelle in alle Häuser geleitet wird. Eine wahrhaft römische An-stalt! Das Wasser wird in diesem Thürmen durch Pumpenwcrke geho-ben, wovon ein Stifel meist 6 Schuh lang und 6 Zoll im Durchmesserweit ist. Nach der izigen Einrichtung wird solches durch untcrschläch-tige Räder gehoben, deren eines 18 Schuh im Durchmesser hält. Je-des Rad hebt in einer Stunde 172 Eimer.

s.) Die Gtadtbibliothck bey St. Anna. Sie enthält bey,v,ooo Bände an gedrukten Büchern, und bey zoo Bände an Manu-skripten. Das merkwürdigste unter den erstem sind Li. D eiceromsLpiüolT gcl^tticum, VenetuL Isiz, aus der Drukerey des lNanuzzi.Sie sind mit silbernen Lettern auf Pergament in klein 8 ungemein schöngedrukt. Uebrigens ist das Fach der historischen Wissenschaft und derTheologie am stärksten, das physikalische aber am schwächsten besezt.Die Manuskripte sind von dem griechischen Bischöfe Eparchus von Cor-cyra im Jahre 1544 erkauft worden, und sind in unterschiedlicher Spra-chen geschrieben, wovon Haschet und Reiser gedrukte nun aber sehr rargewordene Verzeichnisse geliefert haben. Die merkwürdigsten daruntersind die Werke des Dame, des Grosvaters der italienischen Poesie; De-mostenes, Thucidides und mehr andrer, die ungemein schön geschriebensind; Und endlich ein hebräischer pentatevchus , oder die fünf BücherLNosis, der auf eine 7 s Schuh lange pergamenten Rolle geschrieben ist,und sehr hoch gehalten wird.

Die übrigen, aber minder merkwürdigen öffentlichen Gebäudesind: der perlachthurm , das Zeughaus mit schönen metallenen Figu-ren an der Facade, das Siegcthaus nebst der dabey befindlichen Wein-und Salzstädeln, die Schraub, wo das Getreide verkauft wird, dieLornhauser beym heil. Kreuzthor und bey den Karmeliten, der grosseWeinkeller , und das Theater beym Jesuitcnkollegio. Das leztere istklein, und unansehnlich, der Weinkeller aber ist wegen der Art, womiter genüzt wird, eine lobenswürdige Anstalt. Er gehört der Stadt, istsehr geraum, und enthält immer viele tausend Eimer der besten Weine,

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