22Z
achtungen darbietet; und ich finde in meinem Tagebuche nicht diel mehrals die trokene Anzeige der Oerter, wo wir landeten, aufgezeichnet.Doch, auch diese will ich hier anmerken, weil sie manchen Reisendennüzlich find; und wenn es auch nur wäre, um die Entfernung vonRegensburg nach Wien zu berechnen.
Diesen Abend landeten wir in einem Dorfe nicht weit von derHerrschaft Wirth , wo ich Mühe hatte, ein abgesondertes Zimmer zufinden; und als ich endlich eines traf, worin mir eine halbe Legion Na-zen und Mäuse eine sehr artige Nachtmusik machten, so wüste man mires theurer anzurechnen, als ich es in dem prächtigsten Gasthofe hättebezahlen müssen.
Den 5ten Brachmonds. Wir stiessen mit Aufgang der Sonnevom Lande, und blieben des Nachts in dem Dorfe Amdshofen, daseine sehr angenehme Lage hat, und wo man uns bessers Quartier gab.
Den sten Brachmonds. Diesen Abend landeten wir bey ei-nem Dorfe unweit Straubing , dessen Namen ich anzumerken vergessenhabe. Straubing, wovon ein grosser Theil durch den lezten wütendenBrand eingeäschert wurde, machte eine sehr traurige Figur, und mitder mitleidvollsten Empfindung wandelte ich ein paar Stunden aufdem Schutthaufen von ein paar hundert verbrannten Häusern herum;fand aber nichts merkwürdiges für die Mineralogie, wie ich wohl hofte.Auffallend aber war es mir an dem Rathhaufe die Abbildung eines gro-ßen Hausens (öulo M3r6§iii) der im Jahre 1692 in der Donau beyStraubing gefangen worden, und also aus dem schwarzen Meere bishieher eine Reise von einigen hundert Meilen gemacht hat. Straubingliegt übrigens in einer sehr reizenden und fruchtbaren Gegend.
Heute wimmelte eine Menge Volkes auf den Strassen, die zueinem in der Nähe befindlichen Marienbilde in der Ssffau, wall arthe-ten, von welchem an einem Privathause in Straubing geschrieben steht,daß es im Jahre 1177 von Engeln zu Schiffe an diesem Ort gebrachtworden sey; und um diese Legende verständlicher zu machen, so hat man
wor-