Band 
Erster Band.
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Bilder aus Rußland.

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nun durch die dabei eintretende Ausdehnung jene Kruste mit Gewalt,und nicht ohne bedeutendes Getöse; die geborstenen Stücke fliegenzuweilen den Nahestehenden in das Gesicht, wie ich denn eine Fraukannte, die durch einen solchen Vorsall ein Auge verloren haben soll.

In den Gegenden um Kasan fällt der erste Schnee gewöhnlichin der Mitte, oft auch schon zu Ansang des Oktobers, und da dieWitterung im Sommer und Winter sehr beständig ist, so bleibt erbeinahe immer bis in die Mitte Mai'S liegen. Gegen das Ende desNovembers hat sich der Schnee bereits so gehäuft, daß die unterstenFenster aller Häuser, die sonst in Manneshöhe über dem äußernBoden standen, jetzt mit ihm in gleicher Linie oder wohl auch schonim Schnee begraben liegen. Da es eine entsetzliche Arbeit wäre, densich immer anhäufenden Schnee anö dem Hofe des Hauses zu führen,so begnügt man sich gewöhnlich nur die Einfahrt von der Gasse, soweit als es unumgänglich nöthig ist, frei zu halten. Daher fährtman im Winter von den Gassen in jedes Haus tief abwärts, als obman in einen Keller fahren wollte. Es mag sonderbar scheinen, aberes ist demungeachtet, wenigstens für mein individuelles Gefühl, nichtweniger wahr, daß der Schnee in Rußland, wenn einmal die strengeKälte eintritt, viel weißer ist, als der unsere, wenn gleich die blen-dende Weiße des letzter» unter uns bereits zum Sprichworte gewor-den ist. ES ist, nicht nnr für mich, sondern auch für alle, die ichdeßhalb befragte, ganz unmöglich, eine größere Schneefläche, wennsie von der Sonne beschienen wird, auch nur einige Augenblicke an-zusehen, ohne heftige, prickelnde Schmerze» in den Augen zu fühlen.Nicht anders müßte ein eben so großer von der Sonne beschienenerglatter Mctallspiegel auf das Gesicht wirken.

Die Nächte sind im Winter, selbst zur Zeit des Neumonds,durch den Widerschein deS Schnee'S, welcher Widerschein viel Aehn-lichkeit mit dem des bekannten Bononischen Steins hat, so hell, daßman zur Nachtszeit nur unbedeutender weniger sieht, als an trübenTagen, und daß man bei Nacht ganz eben so gut, wie am Tagereisen kann. Wegen dieses Widerscheins des Schnees sind auch, be-sonders in den nördlicheren Gegenden, selbst die Bauern mit Schnee-brillen von gefärbten Gläsern versehen, die man in allen, selbst klei-neren Orten, um einige Kopeken kaufen kann. Ganz Arme machensich diese Brillen selbst, aus zwei kreisrunden, dünnen Holzscheibchen,in deren Mitte sie eine feine Spalte anbringen, die über die Pupilledes Auges gebunden wird. Dieser Vorsicht ungeachtet ist es eine