Band 
Erster Band.
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Denkmäler Dendeirah's II.

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legung befindet, und daß sie, einmal dort angekommen, sich nicht leichtbewegen lassen, dieses ihren Augen wohlgefällige Helldunkel mit demklaren Lichte zu verwechseln, welches fie nur blendet, ohne sie zuunterhalten. Die französischen Gelehrten brachten in der Stellung derSternbilder eine Spirallinie heraus, und so viel sie sich auch aufdiese Entdeckung zu Gute thaten, ein gesundes, vorurtheilfreieö Auge, wird von dieser Spirale auch nicht eine Spur bemerken. (Man sehedie anliegende getreue Zeichnung.) An der Spitze dieser Spiralestand der Löwe, wovon in der Zeichnung wieder nichts Bestimmtes zusehen ist. Aus dieser Voraussetzung wurde dann abgeleitet, daß dieseStellung des Löwen an der Spitze der Spirale auf die Lage desSolstitiumö deute. Allein diese Folgerung ist wieder willkührlich, undsie wird um nichts schwächer oder stärker, wenn man auch statt derSolstitien die Aequinoctien, oder sonst irgend einen anderen Punktdes Himmels selbst dafür setzt. Da nun auf diese Weise das Sol-stitium gesunden seyn mußte, so wurde weiter daraus geschloffen, daßdaS Monument selbst dadurch die Zeit seiner Entstehung andeutensoll, wozu wieder, wie aus dem Vorhergehenden klar ist, ganz undgar kein hinreichender Grund vorliegt. So ein luftiges Gebäudeauf so lockerem Grunde aufgeführt, konnte die Köpfe der Gelehrtenin einem solchen Grade einnehmen, daß sie darüber einen beinaheallgemeinen Krieg begannen, der sich nach und nach der ganzen Ge-lehrten-Republik mittheilte.

Ich glaube in dem Vorhergehenden deutlich gezeigt zu haben,daß der eigentlich astronomische Gehalt des Kunstwerks bei weitemnicht hinreiche, das hohe Alter zu beweisen, welches man ihm so gerngegeben hätte. Es ist daher nur noch übrig, den Gegenstand auchnoch von einer andern Seite zu beleuchten, und zu sehen, was wirdadurch für oder gegen daS Alter des Monuments zu erwarten haben.

Das Pronaon (der Vorhof) des Tempels trägt bekanntlich einegriechische Aufschrist, in welcher des römischen Kaisers TiberiuS er-wähnt wird. Wenn man auch daraus nicht mit geometrischer Schärfefolgern kann, daß der Tempel selbst zur Zeit Tibers erbaut wurde,so folgt doch unwibersprechlich aus der Ausschrift selbst, daß derTempel damals noch zu religiösem Gebräuche und zu öffentlichenVersammlungen diente, und daher wohl nicht bereits mehrere tausendJahre alt seyn konnte.

Ueberall nemlich, wo wir unbestreitbare Werke der Baukunstaus der grauen Vorzeit antreffen, finden wir den Fuß derselben tief