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Christliche Zeitrechnung.
unter welchem in den ersten Zeiten blos die Verkündigung Mariaverstanden wurde, welches Fest die Kirche von jeher auf den 25. Märzgesetzt hat, und von welchem zugleich Dionysius, als der Epoche ^
seiner Zeitrechnung, ausgeht, so daß also nach ihm die eigent- :
liche Geburt Christi neun Monate später oder auf den fünfund-zwanzigsten Dezember des 4714. Jahres der Julianischen Periode,oder des 754. Jahres der Stadt Rom fällt, und daß sonach, wiegesagt, dieses Ereigniß von ihm an den Schluß des ersten Jahresseiner Zeitrechnung gesetzt worden ist. Wenn man aber, dem setztgebräuchlichen Sprachgebrauch gemäß, das Wort Inkarnation alsgleichbedeutend mit Geburt annehmen wollte, so würde seine Aere jallerdings um ein Jahr zu früh angefangen haben, allein diese neuereBedeutung deS Worts entstand erst zu den Zeiten Karls des Großen, !
wo der Jahresanfang mit dem 25. Dezember aufkam, der vorher auf j
den 25. März fiel. ''
Die Gründe, welche Dionysius bewogen haben mögen, die eigent- 'liche Geburt Christi auf das 754. Jahr der Stadt zu setzen, hat erin seinen drei auf uns gekommenen Schriften nicht angegeben, und siesind daher unbekannt. Welcher Art sie aber auch gewesen seyn mögen,so ist gewiß, daß seine Zeitangabe dieses wichtigen Ereignisses mitder der ältesten Kirchenväter nicht übereinstimmt. Jrenrus und Ter-tullian setzen die Geburt Christi auf daS Jahr 75 l, Clemens von >
Alexandrien aber, EusebiuS und Epiphanias auf das Jahr 752 der ^
Stadt Rom, und da die beiden ersten im Occident lebenden den 25. s
Dezember, die anderen aber den 6. Januar als den Tag der Geburt i
bezeichnen, so vereinigen sich sonach alle fünf für das Jahr 752. ^
Der Grund dieser so übereinstimmenden Angaben der Kirchenväter ist j
ohne Zweifel in dem dritten Kapitel deS Evangeliums deS Lmcas zusuchen, wo es heißt: Christus sey etwa 30 Jahre alt von Jochannes :
getauft worden, der sein Täuferamt im 15. Regierungsjahre deö Ti- >i
beriuS angetreten habe.. Da aber das 15. Jahr des TibcriuS in daS781. Jahr der Stadt fällt, so muß Christus, der im Verlamfe des- t
selben 30 Jahre alt war, um das Jahr 752 der Stadt geboren eyn. l
Diesem gemäß wurde unter den frühern Chronologen angen ommen, j
daß wir in unserer Dionysischen Aere eigentlich zwei Jahre zm ncnig «
zählen, oder mit andern Worten, daß Dionysius die Geburt Christi f
drei Jahre später als jene Kirchenväter gesetzt habe. §
Der jüdische Geschichrsschreiber JosephuS, der allgemein a ls einer ^der glaubwürdigsten Historiker bekannt ist, erzählt, daß der' Lönig