Band 
Erster Band.
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Dialytische Fernrohre.

unser Auge ihn nicht weiter bemerke, wo er dann, siir uns wcnigens,so gut als gar nicht da ist. Man fand bald, daß man diesen Zweckwieder nur durch die größere Länge des Fernrohres erreichen könne.Die Rechnung zeigte, daß dieser Fehler der Farbcnabweichung beiverschiedenen Fernrohren nur dann nahe gleich groß ist, wenn sich dieLänge Derselben wie das Quadrat der Vergrößerung verhielt. Wennalso z. B. ein Fernrohr von 2 Fuß Länge mit der Vergrößerung 10die Gegenstände nahe farbenloS zeigte, so mußte ein anderes, daSdie Vergrößerung 100 haben und eben so sarbenlos seyn sollte, bloßdieser Farbenlosigkeit wegen, schon gegen 200 Fuß Länge haben, alsozum eigentlichen Gebrauche schon äußerst unbequem sey».

Endlich, als ob es mit allen diesen Schwierigkeiten noch nichtgenug wäre, kam noch die größte und hartnäckigste von allen hinzu:die Gestalt der Linsen, welche man zu den Fernröhren brauchte.Wenn auch die Lichtstrahlen keine Farben hätten, deren jede ihr eige-nes Bild macht und auf eine eigene Art gebrochen wird, und wennauch alle die oben erwähnten Hindernisse, welche sich der Verfertigungeines guten Teleskopes entgegensetzen, durch irgend ein, übrigens bis-her noch unbekanntes Mittel, gänzlich beseitiget oder doch auf irgendeine Weise umgangen werden könnten, so müßten dann doch alleweißen Strahlen, welche auf das Objectiv einfallen, sowohl diejeni-gen, welche durch die Mitte, als jene, welche durch den Rand derLinse gehen, in einen und denselben Punkt gebrochen werden, weilsonst wieder die Deutlichkeit des Bildes, auf die doch alles ankommt,gestört werden würde. Wir haben bereits oben bemerkt, daß dieGlaslinsen, welche man zu Fernröhrcn gebraucht, durchaus Segmentevon Kugeln, also von sphärischer Gestalt sind. Allein solche Linsenhaben durchaus nicht die geforderte und so höchst nöthige Eigenschaft,die nahe und weit von dem Mittelpunkte auffallenden Strahlen ineinen und denselben Punkt zu brechen. Solche Linsen können daherauch nie ein reines Bild, also auch nie ein gutes Fernrohr geben.Nun ist eS zwar leicht, diejenige krumme Fläche durch Rechnung oderdurch geometrische Untersuchungen zu finden, welche die Linsen habensollen, um alle auf sie fallenden Strahlen genau in denselben Punktwieder zu vereinigen. Allein waS in der Theorie sehr leicht ist, istin der Praxis oft sehr schwer, und eben dieß ist auch der Fall mitunseren Linsen. Unsere Optiker können jene durch die Theorie vor-geschriebenen krummen und sehr complicirten Flächen durchaus nicht,auch nicht einmal beiläufig, in der Ausführung darstellen, und sie sind