Band 
Erster Band.
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Knebel's Nachlaß.

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auch auf den französischen und englischen Theatern gemacht. Diesemgemäß gibt er daher seinen Berliner Freunden den gutgemeinten Rath,„die Schönen auf ihren Zimmern und die Kunstverständigen aus derBühne zu bewundern, denn dann würde alles an seinem Orte stehen,und das Vergnügen ein doppeltes seyn." — Ref. versteht sich zuwenig auf Kunstfertigkeit, und noch viel weniger auf weibliche Schön-heit, um in solchen Dingen sich eine Stimme anzumaßen; aber eSwill ihm bedünken, als hätte der weiland bewunderte Kunstlichter, durchdiesen seinen Ausspruch es nur gleich mit allen Klassen von Schau-spielerinnen für immer verdorben, da die, welche er für gut hält,zugleich Häßlich, und die er für schön hält, zugleich schlecht seynmüssen. Mag er nun selbst zusehen, wie er mit beiden fertig wird,wenn er etwa mit ihnen auf der Asphodeloswiese wieder zusammen-kommen sollte.

Eine andere Stelle aus diesen Briefen heißt: „Die heillosenkomischen Opern verdrängen uns setzt alle guten Tragödien und alleregelmäßigen Schauspiele." — Der Brief, in dem er das sagt, istallerdings den 2. August 1771 überschrieben; aber eS könnte dochwohl ein Druckfehler seyn, und 1837 heißen.

Und wie dürste etwa folgende Stelle auf unsere Zeiten passen?— „Morgen, den 3. August 1771, wird Minna von Barnhelmzum ersten Male in Berlin aufgeführt werden. Lessing kann nichtklagen, daß wir undankbar gegen seine Muse sind. Wir haben siealle schon hundertmal gelesen, wir haben sie in Kupfer stechen undin die Kalender setzen, wir haben diese Minna sogar auf die Punsch-näpfe malen lassen. Aber ihm selbst hat sie nichts eingebracht. Dar-über allerdings kann er klagen. Die Pariser Dichter würden voneinem solchen Stücke gespeist, getränkt, gekleidet und beherbergt, siewürden reich davon werden. Aber wir sind Deutsche, und das istgenug!"

Daß er dabei auch ein wenig an sich selbst gedacht habe, undwer mag es ihm verargen, der seine damaligen Verhältnisse näherkennt, zeigt folgende Stelle: „Mein so herzlich besungener Held hatkein Oel für die Lampe seines Poeten. Ich bin auch nicht unwilligdarüber. Er gebe das Oel denen, die ihr Leben so oft wagen. EinSänger, den er nicht gedungen hat, darf keine Belohnung von ihmfordern." Er meint aber hier den Mann, von dem er früher ineiner seiner vielen Oden auf denselben, allerdings etwas zu sehr imbrandenburgischen Dialekte, gesungen hat: