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Knebel's Nachlaß.
„Den Mann, Berlin, durch den du weiser,
„Als alle andern Städte bist" u. s. w.
Noch sehen wir aus diesen Briefen, daß Knebel, der dengrößten Theil seines spätern Lcbevö auf die Uebersetzung des Lucrezgewendet, seine Kraft anfangs gegen die Beneide Virgil'S kehrenwollte, die er aber später unvollendeter Dinge wieder zur Seite lie-gen ließ.
Von dem einzigen Briefe der Dichterin Karschin, der in die-ser Sammlung vorkömmt, mag bloß die Ramler'n betreffende Stelleangeführt werden, da sie für die Schreiben» selbst charakteristisch ist,pnd den allgemeinen Unwillen gut bezeichnet, der damals a^le überdas obenerwähnte Beschneiden fremder Gedichte durchdrang. „SagenSie dem Kunstrichter ja kein Wort davon, daß ich Ihre Hymnegesehen habe. Ich bin ein viel zu kriechendes Geschöpf in seinenAugen, und er nimmt Ihnen diese Herablassung gegen mich gewißübel. Sie kennen diesen großen Geist nicht; ich aber habe dieseKenntniß theuer genug erkauft. Seine Kunst verdient Bewunderungund seine Dichterweisheit Verehrung; aber diese Eigenschaften machen,daß der Mensch Ramlcr kleindenkend wird, so wie mancher armgewesene Mann durch zugefallene Reichthümer zum Harpax oder zumunerträglichen Gesellschafter geworden ist."
Die zehn Briese an Gleim enthalten wenig allgemein Inter-essantes, da sie sich meistens auf die Geschichte des Tages, auf häus-liche Begebenheiten und auf Verhältnisse der Freunde beziehen. Derliebenswürdige Charakter Gleim'S tritt in jeder Zeile hervor, nur istder Ton, in welchem er sich ausdrückt, gar zu süß und überzärtlich.Dieser Ton scheint auch seine Freunde angesteckt zu haben, so langesie in seiner Nähe blieben. „Ich wollte Ihnen zwar," so endet ereinen seiner Briefe an Knebel, „noch einige Zeilen von J'cobi, derjetzt bei mir wohnt, beifügen lassen: aber er schläft noch. Doch werdeich so grausam seyn, und ihn wecken lassen; denn selbst kann ich ihnnicht wecken: der Arme dauert mich, er schläft gar so sanft." —Der arme Jacobi wird in der That durch Andere aufgeweckt, undgibt uns folgendes Postscript zum Besten: „Wer würde nicht gerüsich wecken lassen, um mit einem Knebel zu sprechen, wenn er, so wieich, ihn kennte, und seine Tugenden eben so zu schätzen wüßte. Ja,mein lieber Freund, meine Freundschaft ist Ihnen gewidmet. Vonihnen geliebt zu werden und sie lieben zu dürfen, ist ein süßesGlück für mich u. s. w." Also nichts als Liebe und Freundschaft