Band 
Erster Band.
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Knebel's Nachlaß.

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hinschleppt oder auf seinen Fersen kauzt." Wenn nun erst dieseswüste Weimar Besuche von Fremden erhält, da ist eS gar nicht weiterzu ertragen. „Nun hat sich der und jener hier ansagen lassen. Siesehen, daö Betlehem in Juda will nicht leer werden. Die Weisenbesuchen eS; ich hoffe aber, daß sie allmälich eine leere Krippe finden,und die Wallfahrt unterlassen werden. Möchten sie ihre Besuchewenigstens an die eigentlichen Inhaber unseres heiligen Stalls, anden Los und ^sinus richten, die das alte Kirchenlied preist." Undin diesem Tone geht eS fort über alles, was dem Murrkopf in denWeg kömmt.

Es ist wohl zu erwarten, daß auch Göthe nicht' unangefochtendavon kommen wird. Zwar heißt eS von ihm S. 240: „Götheträgt seinen Kopf und sein Herz immer auf der rechten Stelle, undist auf jedem Schritte seines Lebens ein Mann. Wie viele gibt'ösolcher?" Aber nicht immer zieht der Wind so lieblich aus dieser Seite.Des Mannes Präpotenz scheint ihn zu drücken, und er sucht ihmdaher bei jeder Gelegenheit ein Gewicht an die Fersen zu hängen,um ihn wieder herabzuziehen. „Eü ist nun unter uns ausgemacht,"schreibt er schon im Jahre 1784, „daß Gö-the, den alten Münzennach, einmal in Rom Liclstor perpeluus unter dem Namen JuliusCäsar gewesen ist. Zur Strafe für seinen Uebermuth aber ist er,nach beinahe achtzehnhundert Jahren, zum Geheimenrath in Weimarpromovirt worden. Lasset uns daher allen möglichen Fleiß anwenden,auf daß wir nicht etwa noch ärger avanciren. Mit Ihnen, lieberKnebel, muß schon was AehnlichcS vorgefallen seyn, darum fitzen Siejetzt auf dem Schlosse zu Jena." Was'Herder weiter über Göthe'S„Gott und die Bajadere" sagt, wollen die Leser S. 270 besser selbstnachsehen.

Wir haben bereits oben die, wie uns scheint, erste Veranlassungzur Uebersetzung des Lucrez durch Boie's Aufforderung dazu ineinem Briefe vom Jahr 1773 angeführt. Knebel scheint sich aberdamals diesem Ansinnen noch nicht gefügt zu haben, da es in einemBriefe Herder's vom 6. Nov. 1784 an ihn heißt: „Nach LucrezUebersetzung habe ich vergebens gefragt: wie wäre eö, wenn Sie sichnur zum Ansatz an einige seiner schönsten Stellen machten?"

Ueber Herder's Metakritik wurde zur Zeit ihrer Erscheinungviel gesprochen und geschrieben. Nun ist sie längst in das Meer derVergessenheit hinabgeschwommen, sammt den meisten von denen, welchesie vergebens abzukämpfen sich bemühte. Sehen wir indeß, was er