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Erster Band.
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Knebel's Nachlaß.

selbst eigentlich damit für eine Absicht hatte. „Ich wünsche," sagt er,„mit dieser Schrift den Punkt lebendiger Natur und Wahrheit ge-troffen zu haben, in dem zuletzt alle Verständigen, d. h. Unverkleister-ten, Eins seyn werden und müssen. Gelänge eS mir, die PhilosophiesectenloS, wie die Mathematik, frei vom Worttande, wie derVerstand sie will, und was dazu nothwendig ist, sie unsererSprache natürlich und einheimisch zu machen, jedem Denken-den sein Wort, seinen Verstand auf die Zunge zu legen, und waser weiß und hat, ihm zum Gefühl des Eigenthums, des Wissensund Gebrauches zu bringen — so würde ich meine Mühe und Hoff-nung nicht für verloren achten. Aber das dickste Ende steht mir nunbevor, die Verwirrungen nämlich und Absurditäten, welche diese Her-ren in die Kritik alles Wahren, Guten und Schönen, in Kunst undWissenschaft, ja auch in die praktischen Doctrinen, Moral, Rechts-lehre, Philologie, Geschichte, Mathematik, Theologie u. f. gebrachthaben, auf die kürzeste, lebendigste und fruchtreichste Weise zu zeigen.In allen Zeitungsblättern bellen und belfern diese Doggen, die kriti-schen Kanons ohne Kanon, ohne Gefühl, Gesetz und Regel. Helfe" mir Gott! Mein Symbolum aber ist: äsota est sles! Die Ohrenhabe ich mir schon mit Baumwolle und Jungfernwachs verstopft, undweder links noch rechts will ich sehen, bis das Werk gethan ist.Helfe mir Gott!"

So gut nun auch seine Absicht gewesen seyn mag, dem gräu-lichen Unfug zu steuern, so reichte doch seine Kraft nicht aus, denKampf durchzuführen, und die Zeit zur Heilung dieser Kranheit warauch noch lange nicht gekommen. Jede Krankheit deS Menschen, auchdie geistige, muß ihre Stadien durchlaufen, und der Arzt kann diesenLauf nicht hindern. Damals, zu Ende des letzten Jahrhunderts, gingdiese Seuche mit schnellen Schritten ihrer Krisis entgegen. Sie hattesich, wie eine verderbliche Epidemie, über ganz Deutschland ergossen,und der Einzelne, wer er auch seyn mochte, konnte der von allenSeiten hereinbrechenden Fluth nicht widerstehen. Vielmehr gewanndurch diesen Widerstand der Strom nur neue Kräfte, und wenn nochRettung kommen sollte, so konnte sie weder von ihm, noch von der-jenigen Waffenart kommen, die er zu seinem Kampfe sich erwählthatte. ,

Noch darf man zur Steuer der Wahrheit nicht unbemerkt lassen,daß derselbe Mann, der in seinen öffentlichen Schriften sich stets einesgewissen Adels des Ausdrucks befleißigt, in seinen vertrauten Briefen