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Knebel's Nachlaß.
aus dem Theater von Weimar!" Ein ernstes theatralisches Stuckohne ein dazu geeignetes Publikum ist nur ein halbes Werk, ein Spielder Phantasie, ohne Realität. Darum würde ich viel lieber von einerOpera dulla in Weimar hören, als von diesen griechischen Chören.Wen sollen die letzter» treffen? Auf was sollen sie hiuleiten? GroßeLeidenschaften, wo kein Gegenstand ist, wo alles enge und klein füh-len muß!"
Verbinden wir mit dem, was Knebel über die Schiller'schenTragödien sagt, das, was er an den Kanzler Müller S. 91 überdie deutsche Komödie schreibt: „Mit vielem Dank sende ich Ihnenhier den Msri ü lwnnez lortunes zurück. Das Stück ist ungemeingut geführt, leicht versistzirt und anmuthig geschrieben. Davon habenwir in unserer Literatur wenig Beispiele. Auch bringt es unsereSprache und unsere Sitte mit sich, da wir überhaupt kein geselligesLeben haben. Das wenige, was uns etwa noch davon übrig ist,wird in französischer Sprache geführt, und hat also keinen Charakter."
Wieland kömmt beinahe allein ungeneckt durch. Für ihn scheintKnebel eine Art Vorliebe zu hegen, die bis zur Begeisterung, fa oftbis zur Apotheose sich erhebt. „Was macht doch unser unsterblicherWieland! Ich höre schon so lange nichts von ihm, und verehreihn doch, wie einen der Götter. — An den Aristippischen Briefenkann sich doch vielleicht Niemand mehr ergötzen, als ich. Sie machenEpoche in ihrer Art, und sind daS Hellste, waS der Verstand, unddas Reinste und Anmulhigste, was der Geschmack geschrieben hat.— Seine Dialogen, die er neulich an seines Sohnes Roman an-gehängt hat, sind wie ein Ausbund von Feinheit deö Geistes undGeschmackes. WaS soll ich von seinen Briefen Menander's undGlyceren's sagen, und dann von seinen neuesten Erzählungen? HatteFrau von Stakt Wielaad'S Göttergespräche gelesen, sie hättevielleicht eine gewisse Stelle in ihrer lüttkimturö ^Ilkmuncie (wahr-scheinlich die oben angeführte) wenigstens anders gesagt."
Ueber Göthe finden wir hier nur Weniges, und dieses beinahedurchaus beifällig. ES scheint, daß Knebel mit seinen Ansichten ab-sichtlich zurückhielt, und daß er die Spannung, in welcher er so langemrt Göthe lebte, nicht laut werden lassen wollte.
Nicht so glimpflich verfährt er mit Voß, dessen Uebersrtzungender Griechen ihm durchaus nicht behagen Schon bei manchen andernGelegenheiten eifert er gegen alle die Uebersetz'r, die da glauben, cSsey mit bloßer Treue, Fleiß und Gelehrsamkeit gethan, wenn alte