Band 
Erster Band.
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Garthe, über den Heiligenschein.

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größte enthält die eigenen Beobachtungen des Verfassers, und dervierte endlich die auf diese Beobachtungen gebaute Erklärung des gan-zen Phänomens. Wir wollen seiner Darstellung in derselben Ordnungfolgen.

Wenn eine aufrecht stehende Person, den Rücken gegen die Sonnegekehrt, Morgens oder Abends mit Intensität von der Sonne beleuch-tet wird, und der Schatten derselben aus eine bcthaute, mit Pflanzenbewachsene Fläche fällt, so sieht sie um ihren Schatten einen lichtenSaum, der besonders bei unbedecktem Kopfe um den Schatten desKopfes am stärksten ist. Die Breite dieses Saumes beträgt nach denUmständen 5 Zoll bis 6 Fuß.

Dieses ist die Erscheinung, um welche es sich hier handelt, undmit ihr hängt wahrscheinlich die andere zusammen, die z. B. Bouguerin Peru gesehen hat, wo er seinen Schatten auf einer nur 30 Schrittevon ihm entfernten Wolke mit diesem Saume, und insbesondere denSchatten seines Kopfes mit drei lebhaft gefärbten concentrischen Rin-gen, wie mit einer Glorie, umgeben erblickte, ein Phänomen, dasMacfait und ScoreSby in England ebenfalls beobachtet haben sollen.Wir bleiben hier mit dem Vers. bei der zuerst erwähnten Erscheinungstehen, von deren Wirklichkeit sich jeder leicht durch seine eigene Er-fahrung überzeugen kann.

Diese Ueberzeugung wird jedem Leser ohne Zweifel mehr gelten,als die historischen Belege, welche G. in seinem zweiten Abschnitteanführt, und Durch welche er zu beweisen sucht, daß man diese Er-scheinung auch schon in der Vorzeit gekannt habe. Wir können esnicht verhehlen, daß unS diese Beweise sämmtlich ungenügend erschienensind, und daß überhaupt dieser zweite oder historische Theil seinesWerkes der schwächste ist. Weil die griechischen Künstler die Bilderihrer Götter zuweilen mit solchen Glorien um das Haupt geschmückthaben, eine Sitte, die bekanntlich auch in die Darstellung der späterenchristlichen Maler und Bildhauer Übergängen ist, so schließt er, daßdiese Erscheinung jenen Bildnern bekannt gewesen seyn müsse. Alleinvon diesem Gebrauche lassen sich wohl auch andere Gründe angeben,die alle mit diesem Phänomen nichts gemein haben, die religiöse An-sichten oder auch Spiele der Phantasie zur Folie haben, und die we-nigstens eben so wahrscheinlich seyn mögen, als die scharfsinnigen, aberdurch nichts erwiesenen antiquarischen Erklärungen eines Heyne oderWinkelmann, welche jene Glorie bei den heidnischen Gottheiten vonihren Stirnbinden oder von der kleineren Kopfbedeckung ableiten wollten,