Band 
Erster Band.
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Spazier, Jean Paul Richter.

Alter fort, und machten ihn nur zu oft an sich selbst irre. Da ernämlich in den Jahren der R ufe öfter die Bemerkung an sich machte,daß ibm alle Spiele des Verstandes leichter wurden, als die Schöpfun-gen der Einbildungskraft, so gerieth er dadurch auf die Einbildung,daß er ursprünglich zum Philosophen, und nicht zum Dichter, von derNatur bestimmt worden s.y, da er doch offenbar alle Kenntnisse, dieer sich in früheren Jahren erwarb, und deren waren wahrlich nichtwenige, wie man aus allen seinen Schriften sieht, nur als Nahrungfür seine Phantasie und seinen immer sprudelnden Witz zu gebrauchenwußte.

Von gewissen, soll man sagen kränklichen oder anomalen Zügen,die in großer Anzahl durch das ganze Buch laufen, wollen wir daund dort wenigstens einige hervorheben, da sie nicht nur ganz vor-züglich zu der Charakteristik unsers Dichters gehören, sondern da viel-leicht auch mancher Leser, wenn er die Hand in seinen eigenen Busenführt und mit sich selbst aufrichtig ist, zu der innern Anschauung kom-men wird- daß auch er zuweilen ähnliche Dinge bei sich beherbergt,aber nicht so klar erkannt haben mag, bis ihn die Erzählung fremderErfahrungen darauf geführt hat. — Jean Paul ging täglich zweiStunden zu dem Caplan des Ortü, um unter seiner Anleitung, mansieht nicht recht was, zu lernen. Genug, er machte hier die Bekannt-schaft mit vielen Büchern, nach denen er so lange vergebens sich ge-sehnt hatte, und die Liebe zu diesen war die Ursache, daß er endlichauch in den Caplan von ganzem Herzen verliebt wurde, so daß erseden Tag die Zeit, die er mit ihm zubringen sollte, kaum erwartenkonnte. Nachdem dieß eine Weile so fortgegangen war, fand derCaplan, um Abwechslung in ihre Geschäfte zu bringen, für gerathen,auch einen guten Theil der früher blos zur gemeinschaftlichen Lektürebestimmten Zeit mit dem Schachspiele zuzubringen. Kaum aber hatteunser junger Dichter dieses Spiel nur in seinen ersten Elementenkennen gelernt, als er in dasselbe noch viel mehr verliebt wurde, alsin alle jene alten philosophischen Bücher und in den Caplan dazu.Eineö Tages sollte er, da er Kopfschmerzen hatte, zu Hause bleiben,aber er ging doch hin, bloß, weil ihm gestern ein Schachspiel verspro-chen war. Da aber der Caplan, vielleicht aus bloßer Vergeßlichkeitheute nichts vom Spiele erwähnte, so — kam er auch niemalswieder. Ich begreife nicht, sagte er später selbst, als er diesenUmstand erzählte, wie mein sonst so strenger und auf das Lernen er-pichter Vater mein durch nichts motivirtes Wegbleiben stillschweigend