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Spazier, Jean Paul Richter.
chen übrig haben würde. So sicher war er seiner Sache, daß er so- §fort eine Reise nach Hof zu seiner Mutter machte, dort von goldenen iBergen sprach, und, ohne seine alten Freunde in der Nähe zu besu-chen, wieder zurückeilte nach Leipzig, um seine schönen Dukaten ein-zunehmen, die nun schon längst bei dem Professor Seidlitz für ihndepom'rt seyn mußten. Allein es kam ganz anders, als er eS erwar-tet hatte. Seidlitz konnte das Manuscript nicht an Mann bringen,und gab es ihm daher, ohne alles Honorar, zurück.
Im ersten Augenblick war unser Dichter entrüstet, und auf demPunkte, aller Schriftstellerei für immer zu entsagen. Allein in wenigTagen darauf trat mit ihm eine Totalveränderung ein. Der Muthder Verzweiflung schien über ihn gekommen zu seyn, und der früherso furchtsame, menschenscheue Jüngling trat nun festen Schrittes auf,und kündigte sich als einen Menschen an, der fremde Hülfe nichtmehr anspricht, weil er sie nicht mehr braucht, und sich selbst, umjeden Preis, zu helfen entschlossen ist. Selbst sein Aeußereö zeigtediese Verwandlung des innern Menschen. Er ließ sich Hemden s lallamlol mit offener Brust und Hals machen, seine gelockten Haareunbeschnitten über seine Schultern wallen, und selbst der Schnitt sei-ner Kleidung wurde dem Sonderlinge angepaßt, der von nun an sichselbst, nach seiner Weise, leben wollte. Ich wußte eS, schrieb erspäter an den Verfasser, ich wußte eS damals, daß ich eS in Leipzigdurchsetzen würde, als ein unabhängiger Schriftsteller ohne Amt zuleben. —
In dieser Verfassung nun schrieb er den ersten Theil der grön-ländischen Prozesse. Es sind dies einzelne satyrische Aufsätze:„Ueber die Schriftstellerei aus Noth;" „über die Schwächen derTheologen;" „über den Ahnenstolz;" „über Weiber und Stutzer" u. f.Das, waö diese Schrift in Beziehung aus Darstellung vorzüglichcharakterisirte, war der Reichthum von Antithesen und Gleich-nissen, in welchen der gleichsam berauschte Dichter schwelgte. DieseArt oder Unart ist ihm auch geblieben, obschon er sie in späterenJahren mehr zu zügeln wußte. Er trieb diese Liebe zu Gleichnissen,selbst im gewöhnlichen Leben, mit einer solchen Virtuosität, daß erdie andern damit ansteckte, wie denn fast jeder, der mit ihm oft inBerührung kam, in derselben Weise unwillkürlich sprach und schrieb,und daß die Besseren, wenn sie später ihre Anomalie selbst bemerkten,nur mit Mühe sich davon wieder losmachen konnten. UebrigenS kosteteihm diese Schrift große Mühe und viele schlaflose Nächte, so viele,