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Spazier, Jean Paul Richter.
Leipzig allmälich zu verschwinden angefangen, aber in Hof standen sie ^
noch in voller Blüthe, ja sie blieben noch über ein Jahrzehend !
dort festhängen, bis sie endlich durch die französischen Ohnehosen und !
TituSköpfe vertrieben wurden. Auch seine Freunde setzten ihm am ,
Ende zu, diese Sonderbarkeiten fahren zu lassen. Aber er blieb desto ^
hartnäckiger dabei, je mehr man auf ihn eindrang. Man soll, sagteer, in seinen Handlungen aus Meinung, Mode und Vorurtheil durch-aus keine Rücksicht nehmen. Er hat in spätern Jahren sich wiederdem Herkommen in diesem Punkte accommodirt, aber er behaupteteauch dann noch, daß der Jüngling keinen wackern Mann verheiße,der in gleichem Falle nicht eben so wie er zu handeln im Stande ist.
Das zweite Bündchen der grönländischen Prozesse erschien imJahre 1783, und trug, obschon viel schwächer, 126 Thaler Honorar,aber eS wurde von dem Publikum lange nicht so gut aufgenommen,als das erste, und Voß wollte nichts weiter mehr von ihm verlegen.Dieß hinderte ihn anfangs nicht an Selbstvertrauen und an gutenHoffnungen für die Zukunft. Da er vorzüglich die Bekanntschaft aus-gezeichneter Männer in Leipzig ivünschte, so schickte er mehreren der-selben sein Werk mit einem einleitenden Briefe zu. Er erhielt keineAntwort, und auch dieß machte ihn noch nicht irre in seinen früherenAnsichten von sich selbst und von dem Werthe seiner Schrift. Erbegann daher guten Muthes noch mehrere ähnliche Aufsätze. Daerschien eine Kritik der grönländischen Prozesse in dem Leipziger allge-meinen Bücherverzeichnisse von 1784, worin es hieß: „Die Sucht,witzig zu seyn, reißt den Verfasser so hin, daß wir nicht zweifeln,die Lectüre desselben werde jedem vernünftigen Leser gleich beim An-fang so viel Ekel erregen, daß er sich genöthigt sehen wird, daSBuch aus der Hand zu legen." Auch dieses Schlages ungeachtetschrieb er getrost und muthig weiter. Die kalte Aufnahme bei
Weisse, dem bekannten Verfasser des Kinderfreundes, von Meiß-ner, Lichtenberg u. f., die abschläglichen Antworten mehrererBuchhändler, denen er mitunter selbst sehr demüthige Briefe mit sei-nen neuen Manuscripten zusendete, dazu die immer drückendere Lage ^
seiner ökonomischen Verhältnisse wirkten endlich auf seinen guten Le- j
benömuth und auf seine GemülhSruhe ein, und er hatte Noth, sich ^
gegen die Hypochondrie zu wehren, die von allen Seiten auf ihn ein-zudringen anfing. Er suchte sich gegen diese Angriffe durch eine !
Schrift zu stärken, die immer Manuscript blieb, und die er sein „An- !
dachtSbüchlein" zu nennen pflegte. Unser Vers. gibt uns (Vol. II. !