Band 
Erster Band.
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Spazier, Jean Paul Richter.

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Beherrschung der Form jedem Meisterwerke an die Seite gesetzt wer-den kann." Und dieses Werk ist der Roman: Die Flegel jähre.Daß der Dichter in diesem Werke vorzüglich sich selbst und die zweiin ihm kämpfenden Genien dargestellt habe,,war wohl sonst schon be-kannt, wird aber hier bis zur Evidenz erwiesen, und zugleich werdenS. 11 u. f. des V. Bandes mehrere tiefgedachte Bemerkungen überdiese Schrift mitgetheilt, ohne welche dieselbe weder gehörig gewürdigt,noch selbst vollkommen verstanden werden kann. Wenn wir von meh-reren anderen bedeutenden Schriften dieser Art, z. B. von der: „AuSmeinem Leben: Dichtung und Wahrheit," eben so treffliche Schilde-rungen hätten, so würden wir sie ohne Zweifel in einem ganz andernGeiste lesen können. Denn diese Schilderungen beziehen sich nichtbloß auf ästhetische Beurtheilungen der Composition, sondern auf dieWahrheit, die derselben zu Grunde liegt, auf die Persönlichkeit desDichters und auf seine eigenen Lebenöereignisse, welche in der Schriftwie das Licht von einem Spiegel reflektirt werden, und die daher nurderjenige mittheilen kann, der mit dem persönlichen und häuslichenLeben deö Dichters durch alle Perioden seines Wirkens auf das In-nigste bekannt ist.

Im Jahre 1802 verließ er Meiningen, um sich in Koburg nie«derzulaffen. Man erfährt nicht, was ihn zu diesem Entschlüsse bewog.Der Herzog hatte ihn auf das Rührendste ersucht, in Meiningen zubleiben; er hatte ihm eine freie Wohnung, Anschaffung aller Bücher,die er lesen wolle, dazu noch manche andere Bequemlichkeit deS Lebensangeboten — aber alles umsonst. Die Einsamkeit in Meiningen wurdejeden Tag drückender, und er zog nach Koburg. Sein Aufenthalt indieser letzten Stadt scheint ihm aber wenig Annehmliches geboten zuhaben. Er gerieth in Reibungen zwischen den beiden MinisterfamilienKretschmann und Wangenheim. Er verließ auch Koburg nochvor Ende des Jahres, und zog nach Baircuth, am südlichen Randeseines natalen Fichtelgebirgcs, keine andere angenehme Erinnerung auSjener Stadt mitnehmend, als die an die Geburt eines zweiten Kindes,eines Sohnes, während die oben erwähnte Erstgeburt seiner Caro-line ihm eine Tochter gebracht hatte. Im August 1804 kam er inBairenth an.

In diese Zeit fällt das innige Verhältniß, welches zwischen ihmund dem nachherigen Herzog Emil von Gotha, damals noch Erb-prinz,, Statt hatte. Dieser Prinz war einer der genialsten und witzig-sten s,irrer Zeit, und war bekanntlich selbst als Rvmanendichter aufge-