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Erster Band.
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Spazier, Jean Paul Richter.

zu stehen scheine u. f. Im nächsten Frühjahr 1822 glaubte er sichwieder stärker, und unternahm, auf den Rath des Freundes, eine Reisenach Dresden, die Verwandten seiner Frau zu besuchen. „Ich brauchejetzt Hülfe," schrieb er denselben voraus, „nicht um zu vergessen, wasunmöglich ist, sondern nur um die Erinnerung auszuhalten; die Zeithabe viel an ihm geändert; sie hält wohl den Menschen für einenMarmorblock, von dem man Stück für Stück, auch selbst den Sohn,herabschlagen kann."

Bei dieser Gelegenheit war eS, wo unser Verfasser, damals einJüngling von noch nicht zwanzig Jahren, seinen Onkel zuerst persön-lich kennen lernte. Was er Vol. V. S. 172—180 von unserm Dich-ter sagt, kann unser Interesse und unsere Achtung für beide nur er-höhen. Obschon I. P. in DreSden nicht so enthusiastisch, als aufseinen vorhergehenden Reisen, aufgenommen wurde, so erschien ihmdiese Aufnahme, besonders die seiner Angehörigen, um so herzlicher,und er trug sich bereits mit der Idee, seinen beständigen Aufenthalthicher zu verlegen. Doch merkte man eine auffallende Theiluahmlo-sigkeit für alle außer ihm liegende Gegenstände, für Kunstschätze, Na-turscenen, selbst für schöne und interessante Frauen, die ihn doch sonstso lebhaft angezogen hatten. „Er kam mir damals vor," schrieb einegeistreiche Frau von ihm, „wie die Hühner, denen die goldfarbene Gerstein Menge vorgeworfen wird, und die ein Korn nach dem andern an-picken und wieder fahren lassen und nach einem besseren suchen. Oftvergaß er, eine dargebotene schöne Hand zu ergreifen, und ließ sieunberührt wieder sinken, oder er ließ andere, die ihm vorgestellt seynwollten, Minuten lang hinter seinem Stuhle stehen, ohne seine eigene,ihrem Annähen hinderliche Stellungen zu verändern. Aber was sindalle diese Unarten gegen den gerechten klaren Sinn, der in dieseraußerordentlichen Seele seinen Sitz aufgebaut hatte. Wie schön weißer Jedem in der Gesellschaft etwas zu seyn. Selbst dem Unmündi»gen und Geistesarmen reicht er den hülfreichen Arm. Wie verehrenihn seine Wirthsleute! Ein wildes Thier von Ehemann ist, seit Erda ist, mild geworden, und ein anderer, ein schmutziger Geizhals, ließeHäuser aufbauen, um ihm nur ein Zimmer darin nach seinem Ge-schmacke und recht wohnlich zu machen."

In Dresden war es auch, wo er die unangenehme Entdeckungmachte, daß sein linkes Auge mit jedem Tage schwächer wurde, worüberer sehr viel Unruhe empfand. Im November 1822 erhielt er die nie-derschlagende Nachricht von dem Tode seines heißgeliebten Heinrich