Band 
Erster Band.
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547
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Spazier, Jean Paul Richter.

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Voß. „Ach er und mein Max," schrieb er an einen Freund, „lie-gen in meiner Seele in einem Sarge. Auf der Erde erwarte ichNiemand mehr, der mich so lieben könnte. O du unersetzlicherHeinrich!"

Im Herbste des Jahres 1823 besuchte ihn unser Vers. zumzweiten Male in Baireuth, aber nicht mehr wie vorher, sich jugend-lich furchtsam vor ihm zurückzuziehen, sondern um ihn von nun anstets, im Geiste wenigstens, zu folgen. Wir finden hier S. 193 eineliebliche und interessante Beschreibung des häuslichen Lebens unsersDichters, wie sie von seiner ältesten Tochter, Emma, mitgetheiltwird, und die voll von jenen kleinen charakteristischen Zügen ist, diesich, ohne unmittelbare Copie, nicht darstellen lassen. Hier nur einigeisolirte Striche aus dem großen Gemälde. „Als wir ganz klein wa-ren, bewohnten wir zwei Stockwerke eines HaufeS, und der Vaterarbeitete oben in den Mansarden. Wir Kinder krabbelten nun deöMorgens hinauf und hämmerten an der Thüre, bis der Vater sie öff-nete, und dann von einem alten Schrank eine bereits durchlöcherteTrommel herunternahm und eine Pfeife, mit der wir stark muficirten,während er arbeitete. Dann durften wir auch wohl mit dem Eich-hörnchen spielen, was er sich damals hielt, und daS er Abends inseiner Tasche mit in die Harmonie nahm. Er hatte allerlei Thiere,die er sich zähmte, auch ein Mäuschen, und im Herbste sammelte erfür seine Laubfrösche und Spinnen die Winternahrung. — Der Va-ter war sehr gut gegen Jedermann, auch gegen Thiere. So ging ernie aus, ohne seinem Kanarienvogel den Käfig zu öffnen, gleichsamzur Schadloshaltung für seine Gesellschaft. Einen Hund, ven er nurwenige Tage besaß, und nicht brauchen konnte, fütterte er eines Abendsmit ganz besonderer Sorgfalt, weil er ihn am Morgen mit einemandern vertauschen wollte. — Auch sich selbst wußte er allerhand kleineGenüsse zu machen. So war eö ihm immer eine Freude, Tinte zubereiten, was er denn auch viel öfter that, als cS nöthig war. Alles,was er von irgend einem Menschen auf seinem Zimmer fand, Bind-fadenendchen, Glasstückchen, Korkstöpsel rc., trug er in eine eigeneSchachtel. Ich bin begierig, sagte er dabei öfter, wozu ich das nocheinmal brauchen kann. Er verbrannte keinen Brief, ja den unbedeu-tendsten Zeddel hob er auf. So hatte er sdgar dicke Bücher mit denEinfällen und Redensarten von unS Kindern vollgeschrieben. Auchwar unö jeder Scherz gegen ihn erlaubt. Ost baten wir: „Vater,tanz einmal," und er machte uns dann einige Sprünge. Beim Essen