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Zweiter Band.
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Petzholdt's Geologie.

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meffene Beispiele auch für die Nichtchemiker deutlich auseinander gesetzt.Rührt man eine konzentrirte heißflüssige Auflösung von Zucker währendseines Erstarrenü lebhaft um, wodurch die Krystallisation gestört wird,so bildet sich eine körnige, dem Marmor ähnliche Masse, der g,wohn-liche Hutzucker, ohne alle merkliche Krystalle. Läßt man aber dieFlüssigkeit während ihrer Ausbildung in Ruhe, so entsteht der soge-nannte Kandiszucker mit sehr großen und regelmäßigen Krystallen.Eben so bei den Metallen. Kühlt man z. B. das geschmolzene Anti-mon schnell ab, so zeigt es beim Zerschlagen der festgewordenen Stückein seinem Bruche nur ein körniges, kleinblätteriges Gesüge, währendeS bei langsamer Erkaltung eine deutlich krystallinische, großblätterigeStructur erhält. Bei unserem Glase erhä.t man nur bei sehr lang-samer und ruhiger Abkühlung eine krystallinische Masse, (daö soge-nannte Reaumur'sche Porzellan), während bei schnellem Erkalten dieeinzelnen Theile ganz in der Lage gegen einander verbleiben, wie imflüssigen Zustande, wo dann unser gewöhnliches GlaS erhalten wird,das gar keine Spur von Krystallbildung zeigt. Dies wird nun sofortauf die Bildung jener Erdkruste angewendet. Die obersten Theiledieser Kruste, die durch das schnelle Auf- und Absteigen der Dämpfein der heißen Atmosphäre heftig bewegt wurden, zeigen kaum eineSpur von Krystallisation, wie der Glimmer, der Gneiß und andere,während die tiefer liegenden Theile, vor schneller Abkühlung durch dieoberste, schon fest gewordene Rinde geschützt, ungestört ihrer Neigungzur Krystallisation folgen konnten, wie wir noch setzt z. B. im Granitsehen, wo die Glimmerblätter nicht selten die Größe von Fensterschei-ben erreichen, und wo der Quarz oft zu ellenlangen und fußrickenKrystallen anwächst.

Durch die oben erwähnten Spalten und Klüfte der obersten, star-ren, immer weiter auskühlenden und daher auch sich immer mehr zu-sammenziehenden Erdkruste drang nun daS tiefer unten liegende Ma-terial, von der großen Hitze der innern Kugel gedrängt, herauf, underhob sich selbst an vielen Stellen über jene äußere Erdrinde, wo-durch dann die ersten Gebirge entstanden. Diese herausgedrungenenMassen gehörten früher ohne Zweifel dem unteren, damals noch wei-chen Lager jener Erdrinde an, und so finden wir denn auch, daß dieseGebirge vorzüglich auS Granit bestehen, der, wie wir oben gesehenhaben, ursprünglich diese untere Stelle eingenommen hat. Durch die-ses Aufsteigen des Granits in großen Massen wurden aber viele an-dere, seitwärts liegende, noch flüssige Materialien mit herausgehoben,

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