Band 
Zweiter Band.
Seite
38
JPEG-Download
 

38

Petzholdt's Geologie.

sener Zeit viel stärker gewesen seyn muß, so daß daS Wasser vielleichterst bei einer Temperatur von 150 " oder 200 " R. zum Kochen ge-bracht werden konnte. Durch dieses Wasser wurden zuerst die Alkaliender Erdkruste ausgelöst, und eS entstanden daselbst zuerst Salze, diezugleich den ersten Anlaß zu dem bekannten Salzgehalte des Meeresgaben, und dann auch schwefelsaurer Kalk (oder Gyps). Diesebeiden Körper, die großen Steinsalz- und GypS-Ablagerungcn,. hältder Vers. für die ältesten festen chemisch-neptunischen Gebilde unsererErde. Das Rädere über die Bildungöfortschritte unseres Wohnorteskann hier aus Mangel an Raum nicht angeführt werden, daher wirdie L ser auf S. 48—57 verweisen müssen. Bei dem weiteren Ab-kühlen verlor endlich die Atmosphäre den größten Theil ihres Wasser-gehalts, sie ward durchsichtiger, der über der Erde lastende Dunstncbelwurde klarer; es ward Licht über der Erle, und dadurch wurdedem organischen Leben in Pflanzen und Thieren der Weg gebahnt.Daß diese letzte zu oder nahe vor der Zeit der Bildung tzeS Thon-schiefers, deS Kalks und der Grauwacke entstanden sind, folgt daraus,daß die versteinerten Reste der Pflanzen und Thiere noch- setzt in die-sen Steinarten gefunden werden. Die Entstehung des Menschen abersetzt unser Vers. in eine viel spätere Zeit, aus Ursache, weil damalsder Luft das zum Leben nöthige Orygen noch ganz gemangelt habensoll, daher auch alle durch Lungen athmenden Thiere auf diese spätereZeit von ihm verwiesen werden. Nur eigentliche Wafserthiere konntendamals entstehen, und unter diesen auch nur solche, die in sehr war-mem Wasser leben konnten, daher die damaligen Wafferbewohner, sowie auch alle Pflanzen aus sener Zeit, von den gegenwärtigen wohlsehr verschieden gewesen seyn mögen. Weiter wird S. 63 das Anwachsender Erdrinde besprochen, sowohl von außen durch Ablagerung aus derAtmosphäre, als auch von innen durch Erstarrung der unteren, früherheißflüffigen Massen.

Im zweiten Abschnitte der dritten Periode wird vorzüglich dieEntstehung der Vulkane erklärt. Da die untersten Theile der Erd-kruste auch allmälich abkühlten, und sich dadurch zusammenzogen, soerhielten sie auch Spalten und Klüfte, wie wir dieß früher bei denobersten Theilen dieser Kruste gesehen haben; es entstanden hohleRäume zwischen dieser inneren Kruste und der unter ihr liegenden, nochheißflüsstgen Kugel, die aber die äußere, bereits zu feste Kruste nichtmehr durchbrechen konnten, aber doch Veranlassung gaben, daß spätervon oben her Wasser in diese Klüfte eindringen konnte, Dieses