Band 
Zweiter Band.
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70 Sommerville, phys. Wissenschaften.

bekanntlich in jeder Sekunde nahe 40,000 deutsche Meilen zurücklegt.Eine andere merkwürdige Eigenschaft der allgemeinen Schwere derKörper ist, daß ihre Wirkung oder ihr Durchgang selbst durch diegrößten und dichtesten Körper nicht gehindert wird. Wenn die Kraftder Sonne auf die Erde, während sie von dem ihr nächsten Endpunktedes gegen sie gerichteten Erddurchmessers, bis zu dem von ihr entfern-testen Endpunkte dieses Durchmessers, in der von der Sonne abge-wendeten Hemisphäre, fortschreitet, durch die Masse der Erde, welchezwischen diesen beiden Endpunkten liegt, afficirt, oder in ihrem Durch-dringen durch diese Masse gehindert, oder auch nur merklich gestörtwürde, so würden die Erscheinungen der Ebbe und der Fluth desMeeres ganz anders seyn, als diejenige, welche wir jetzt beobachten.Endlich ist auch diese Anziehung der Sonne auf alle Körper, wennsie nur in derselben Entfernung von ihr stehen, ganz gleich und voll-kommen dieselbe, während im Gegentheile z. B. die chemischen Kräftefür verschiedene Körper je nach den verschiedenen Wahlverwandtschaf-ten (Affinitäten) dieser Körper ebenfalls verschieden sind. Wenn dieWirkung der Sonne, die sie auf die Erde ausübt, von derjenigen, mitwelcher sie den Mond anzieht, auch nur um den millionsten Theil ihrerGröße verschieden wäre, so würde dieser Unterschied schon eine perio-dische Aenderung in der Länge des Mondes verursachen, die mehrereSekunden betragen müßte, und die unsern Beobachtungen gewiß nichtentgangen seyn könnte.

Wir haben keinen Grund, zu vermuthen, aber auch kein Mittel,zu untersuchen, ob sich die Intensität der allgemeinen Schwere inner-halb der Grenzen des Sonnensystems mit der Folge der Zeit geän-dert haben könne. Indeß vereinigt sich alles zur Bestätigung der An-sicht, daß die Bildung unserer Erde gleichzeitig mit jener der übrigenPlaneten gewesen ist, obschon wir über diese Zeit selbst nicht einmaleine Vermuthung anstellen können, da sie nur aus der Hand desjenigenhervorgegangen ist, vor dem tausend Jahre gleich einem vorübereilen-den Augenblicke sind.

Wenn wir nun, zum Schlüsse des Ganzen, den bisher mit derVerfasserin zurückgelegten Weg überblicken, so können wir nicht umhin,die vielen und trefflichen Bemerkungen, die wir in diesem an Umfangenur geringen Werke aufgehäuft finden, lobend zu erwähnen. Mehrerederselben sind für uns selbst neu zu nennen, und viele wurden bisherwenigstens nicht in die deutschen populären Schriften über Natur-