Parrot, Reise zum Ararat.
99
für ihre Exkursionen auf dem Berge hatten, und wo sie ebenfallsmit der größten Gastfreundschaft aufgenommen wurden. '
Der Ararat tragt diesen seinen Namen wenigstens schon seit3300 Jahren, da er in der Genesis schon und auch fetzt noch sogenannt wird, wenigstens in der Bibel, selbst in der armenischenAusgabe des alten Testaments. DaS gemeine Volk in der Umgegendheißt ihn MafsiS, die Türken und Perser aber Agrivagh, d. h. steilenBerg. Er besteht eigentlich aus zwei Bergen, die auch der große, und der kleine Ararat heißen; ihre Gipfel stehen nahe l"/z deutscheMeilen von einander ab, während sich ihr Fuß verschmilzt. DerGipfel des großen Ararat liegt unter 39" 42^ Breite und 61" 5k/Länge von Ferro, und hat eine Höhe von 16,254 Par. Fuß über' dem Meere (also 38 Mal mehr, als die Höhe des StephanSthurmSin Wien beträgt), oder nahe doppelt so viel, als der St. GotthardS-berg in der Schweiz. An seiner nördlichen Seite hat er eine großetiefe Schlucht, die manche mit einem ausgebrannten Krater vergleichen,die aber wohl nur ein Spalt seyn mag, den der Berg in der Vor-zeit erhalten hat. Der Gipfel ist bis auf eine senkrechte Höhe von3300 oder in schräger Richtung nahe 13000 Par. Fuß mit ewigem7 Schnee und Eis bedeckt. Beide Berge stehen alö selbstständig, nichtals Theil eines andern Gebirges, in der Gegend, odschon sich aller-dings in der Nähe andere, kleinere Gebirge an ihn anschließen. Dieersten Abbildungen desselben findet man schon bei dem alten Chardin' (Journal So Vo^aZs äu Lliarüm. Uonüon 1686), aber sie sind sehrmittelmäßig und ungetreu. Tournefort (Ilelstion ä'un vo^azo äu Ue-^ vant. ^msteril. 1718) hat viel Vorzüglicheres geleistet, aber er ließsich durch seine Phantasie zu grotesken Uebertreibungen verleiten.' Morier (VozmZe en korss. ?ari 8 1813) verfiel in denselben Fehler,, und hielt sich nicht treu an die Natur des Gegenstandes, und so gehtes auch dem geistreichen Ker-Porter O'iLvels in LövrZis. l.onü. 1822)^ und Kotzebue (Reise nach Persien. Weimar 1819). Das Beste,
> was bisher an Zeichnungen dieses BergeS geliefert worden, ist von, William Ouseley (Iravols in vsrious oountries ol tks Last. Uonäons 1823) gegeben worden. Unser Verfasser theilt nun hier S. 126, auch seine eigenen Zeichnungen mit, von welchen er versichert, daß^ sie wenigstens das Verdienst haben, daß sie der Wahrheit ganz gemäß,
und auch in getreuer Perspective dargestellt seyen. Referent muß
, Natürlich die Beurtheilung dieser Zeichnungen, die sich dem Auge
7 «