Band 
Zweiter Band.
Seite
110
JPEG-Download
 

110

Parrot, Reise zum Ararat.

Am 27. und 28. Oktober benutzten sie noch die gute Witterungzur Besteigung des kleinen Ararat. Die Beschwerden der Expeditionwaren hier viel geringer, und das Gestein des Berges wurde eben-falls ganz vulkanischen Ursprungs gefunden. Er fand den Gipfel deSkleinen Ararat 12,284 P. F. über dem Meere, oder 3970 Fuß ge-ringer, als die Höhe deS großen BergeS. WaS ihm besonders auf-fiel, war die Menge mohammedanischer Gräber, die er auf demGipfel des kleinen Ararat fand, und von denen man ihm auch schonvoraus gesagt hatte. Sie bestanden in Kränzen von an einandergelegten, etwa kopfgroßen Steinen, die auf der bloßen Erde in Kreisenvon meistens drei Fuß Durchmesser geordnet waren. Nur eins vondiesen vielen Gräbern, das größte, hatte zwei schief aufgerichtete Stein-platten von 2'/? Fuß lang und einen Fuß breit, mit tatarischen In-schriften, die nicht vollständig entziffert werden konnten. DaS daraufbefindliche Datum ist vom Jahr 650 der türkischen, also von demJahre 1292 der christlichen Zeitrechnung.

Nach seiner Rückkunft im Kloster St. Jacob fand der Verfassernoch einen magnetischen Felsen nur 900 Fuß von diesem Kloster ent-fernt. Wenn er seine Magnetnadel innerhalb einer Fläche von etwaeinem Ouadratfuß auf einem Steine dieses Felsens hin- und her-rückte, so zeigte sie bald Nord, bald Ost, bald Süd, und lief soalle Eompaßstriche durch. Er hatte aber, da die Abreise drängte,nicht mehr Zeit, den interessanten Gegenstand näher zu untersuchen.

Wir verlassen auch hier die Reisenden, die nun in größtentheilS

bekannten Gegenden wieder der Heimat zuziehen, und wenden uns

zu dem zweiten Theile dieses Werkes, der die zu dieser Reise gehö-renden wissenschaftlichen Abhandlungen enthält, die wir hier kurzanzeigen wollen.

Die erste dieser zehn Abhandlungen spricht über ein barometri-sches Nivellement überhaupt. Hier werden zuerst die, wie es scheint,sehr guten meteorologischen Instrumente beschrieben, und dann kömmtdie Art der Beobachtung, die hier näher beschrieben wird, wo-bei man allerdings mit viel Umsicht zu Werke gegangen ist. Es

ist bereits oben gesagt worden, daß immer zwei Beobachter, sedermit Barometer und Thermometer versehen, in beträchtlicher Entfer-nung (von 2 bis 3 d. Meilen) von einander zu gleicher Zeit beob-achtet haben. Die zur Berechnung angewendete Formel ist die vonLaplace in der Necsniyno oelosto.