Band 
Zweiter Band.
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128 Beer und Mäkler, Selenographte.

gerückt erblickt, sind sehr gering gegen den Nachtheil, daß wegendieser Librationen ein für alle Zeiten entsprechendes Bild des Mondeseigentlich unmöglich wird. ES bleibt nichts übrig, als jede Messungund jede Zeichnung durch Rechnung auf diejenige Zeit zu bringen,wo keine dieser Librationen, oder wo die sogenannte mittlere Libra-tion Statt hat. Da Schrot er diese Redaction bei seinen Zeich-nungen vernachläßigte, so sind sie dadurch von sehr beschränktem Werthegeworden.

Wenn man die Bahn des MondeS, nicht auf die Erde, sondernauf die Sonne bezieht, so fällt diese Bahn mit der Ecliptik zusam-men, gegen welche letzte Ebene der Mondäquator, wie gesagt, nurum den kleinen Winkel von 1" 3l? geneigt ist. Da die sämmtlichenBreitegrade des MondeS, so wie auch am Aequator der Längegrad4.088 d. Meilen beträgt, so beträgt die Zone, welche unserer soge-nannten heißen entspricht, auf dem Monde nur ll.26 Meilen(3 Grade) in ihrer Breite, und eben so groß ist auch der Durch-messer der zwei kalten Zonen deS Mondes, wogegen von den zwischenjenen liegenden gemäßigten Zonen jede 87 Grade Breite haben.

Eine so geringe Schiefe der Ecliptik von nur 1 Grad kann nurganz unmerkuche Aenderungen der TageSlängen, der Sonnenhöhen,der Stärke der Erleuchtung und Erwärmung durch die Sonne auf

dem Monde zur Folge haben. So ändert sich z. B. die Meridian-höhe der Sonne für einen gegebenen Mondcrt im Laufe eines Jahresnur um 3 Grade, d. h. eben so viel, als sie sich für die Erde zurZeit der Nachtgleichcn schon in acht Tagen ändert.

Wenn man aber die Bahn deS Mondes, nicht auf die Sonne,

sondern auf die Erde oder vielmehr auf den Mondäquator bezieht,

so beträgt die Neigung dicsrr zwei Ebenen nach dem Vorhergehenden6" 38^, und in dieser Beziehung wird also die Breite der unsererheißen entsprechenden Zone gleich 13" 1k? oder 54Meilen seyn.

Die Länge der Tage auf dem Monde sind, die den beiden Polensehr nahen Gegenden ausgenommen, so wenig unter einander durchdaS ganze Jahr verschieden, daß man diesen Unterschied ohne genaueUhren kaum bemerken wird. Die mittlere Dauer eines Mondtagesbeträgt nämlich den halben synodischen Umlauf oder 14 unserer Tage,18 St., 22 Min. Der Durchgang der ganzen Sonnenscheibe durchden Meridian eines dem Mondäquator nahen Ortes beträgt 1 St.7Vi« Min., und dieß ist auch zugleich die kürzeste Dauer einesSonnenauf- oder Untergangs. Die Gegenden, wo die Sonne, wie