Herscbel, IVatursI kkilosopb^.
269
ben, wie verfuhr er bei diesem Geschäfte? — Die ersten Blätterenthalten die nöthigsten Kunstausdrücke und Vorschriften der Arithme-tik, und dann geht er mit den Worten: Ouonism in süciisLunüis scien-tiis exvmpls plus prosunt gusm prseooptg, sofort zu Beispielen undzu nichts als Beispielen über, die, nicht den größten Theil, sondernbeinahe den ganzen Inhalt seines Werkes ausmachen. Aber welcheBeispiele und wie gewählt und wie vorgetragen! Ich kenne in demganzen Gebiete der Mathematik nichts lehrreicheres, als eben dieseBeispiele, und durchaus kein anderes Lehrbuch über Arithmetik, welchessich mit diesem auch nur von ferne vergleichen ließe. Aber wohlkenne ich eine große Anzahl derselben, die, der Himmel weiß auSwelchem Grunde, gerade den entgegengesetzten Weg eingeschlagen ha-ben, die alle Beispiele als unter ihrer Würde verschmähen, und nichtsals trockene Regeln und unfruchtbare Theorien an ihre Stelle setzen.Wie viel sie damit ihren Lesern und der Wissenschaft selbst genützthaben mögen, werden sie aus den Früchten, die man gesammelt, zubeurtheilen wissen.
Die erste und vielleicht traurigste Folge dieser Methode ist die,daß die mathematischen Wissenschaften überall, wo sener Vertrag be-folgt wird, nur das Eigenthum einiger wenigen geblieben, und nichtinS eigentliche Leben übergegangen sind. So lang aber eine Kenntnißnur einigen Menschen oder nur einer gewissen Kaste von Menschen ange-hört, ist sie für daS übrige Volk, sa für die gesammte übrige Menschheitnoch für todt zu achten, und an den eigentlichen Nutzen derselben für dieGesellschaft ist nicht weiter zu denken. So wenig man auch für daS soge-nannte Popularisircn der Wissenschaften in dem Sinne des Wortes, wieman eS in den neuesten Zeiten so oft gebraucht, oder vielmehr gemiß-braucht hat, gestimmt seyn mag, so bleibt es doch immer wahr, daß jedeKenntniß Gemeingut seyn soll, und daß sie erst dann ihren wahrenNutzen trägt, wenn sie sich durch alle Klassen der Gesellschaft ver-breitet. Waü sollen unS z. B. die schönsten und scharfsinnigstenTheorien unserer Mathematiker, wenn sie eng in die Mauern derSchule eingeschlossen, weder von unseren ausübenden Geometern, nochvon unseren Mechanikern, noch von unseren Fabriken benützt werden,und für sie alle so gut als gar nicht da sind? Es ist weder gut,noch anständig, in dem Reiche der Wissenschaften nur zu fragen,welchen Nutzen sie für Küche und Keller haben, aber gar nichtdarnach zu fragen, ist nicht minder takelnSwerth. kisi utilo est, guoü
/