Band 
Zweiter Band.
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308 kerseliel, Irestiss on ^stronom^.

daß wir diese Frage zu beantworten im Stande seyn konnten. Pondhatte den sinnreichen Einfall, daß die Sonne, wenn ihre Geschwin-digkeit im Raume mit der des Lichtes noch vergleichbar ist, eine eigeneArt von Aberration erzeugen müßte, so daß alle Sterne derjenigenHimmelsgegend, welche die Sonne verläßt, einen ganz andern Theilihrer AberrationSellipse einnahmen müßten, als die Sterne der ent-gegengesetzten Gegend, eine Wirkung, die wir in der Folge der Jahr-hunderte einmal vielleicht durch Beobachtungen entdecken würden, wennnämlich der Weg der Sonne schon groß genug seyn wird, um nichtmehr als eine geradd Linie angesehen zu werden. Allein die eigeneBewegung der Sterne und die parallactische Ungleichheit, welche ausdieser Bewegung deS Sonnensystems entsteht, wird diese Untersuchun-gen auch dann noch sehr erschweren, wenn unsere Instrumente einenviel höheren Grad der Vollkommenheit erreicht haben werden.

Besonders merkwürdig unter den Gegenständen, die uns dergestirnte Himmel darbietet, sind die sogenannten Schwärme, (clus-ters vk stnrs), gedrängte Sternvcrsammlungcn, die offenbar zusam-mengehören, und ein System für sich bilden. Das freie Auge be-merkt einen solchen Sternhaufen in den Pleiaden, wo man mit einemmittelmäßigen Fernrohre schon 50 bis 60 Fixsterne in einem engenRaume versammelt sehen kann. Berenice'ö Haupthaar enthält einenandern, etwas mehr zerstreuten Schwärm, eben so die sogenannteKrippe im Krebs, daS Schwertgrhenk deS PersenS, die man alle nochmit mäßigen Fernröhren sehen kann. Mit starken Teleskopen aberentdecke man noch eine große Anzahl anderer, die durch eine schwacheVergrößerung nur wie ein Nebel erscheinen, während sie, durch einestarke, sich ebenfalls in dichte Sterngruppcn auflösen. Schon Mes-st er hat in der Leinn, «tos lemps für das Jahr 1784 eine Listevon 103 solchen Sternhaufen gegeben. Ihre Gestalt ist meistensrund, der Rand scharf begrenzt und gegen die Mitte immer Heller.Je stärker das Fernrohr ist, desto deutlicher löst sich daS Ganze ineine unzählbare Menge von kleinen Fixsternen auf, .deren Gedrängegegen den Mittelpunkt des Ganzen immer größer wird. Einen derschönsten dieser Sternhaufen sieht man zwischen i? und ^ Herkules,dessen Schimmer man schon mit freien Augen bemerken kann. DieAnzahl der in diesen Schwärmen enthaltenen Sterne zu zählen er-scheint auf den ersten Blick als ein ganz vergebliches Unternehmen.Nach einer Schätzung des älteren Herschel kann man sie nicht ein-mal nach Hunderten zählen, und er glaubt, daß oft zwanzig und