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Alles dieß setzt voraus, daß die Linse, durch welche die Licht-strahlen fallen, so beschaffen ist, daß die Strahlen, welche von irgendeinem Punkte der äußeren Gegenstände kommen, nach der Brechungdurch die Linse wieder genau in einem einzigen Punkte vereini-get werden. Wenn dieß nicht der Fall ist, so wird das Bild nichtrein, sondern verworren seyn, und das Fernrohr die Gegenstände nichtdeutlich zeigen.
Allein sphärische Linsen (und andere können unsere Optiker nichtmit der gehörigen Präcision ausführen) haben den Fehler, daß dieStrahlen, welche nahe an dem Mittelpunkte der Linse auf dieselbefallen, nach der Brechung in einem anderen Punkte sich vereinigen,als diejenigen Strahlen, welche nahe an dem Rande der Linse auffallen.Die Bilder einer solchen Linse müssen also immer verworren und un-deutlich seyn, wenn die Linse nur einige Größe hat. Man müßtenur kleine Linsen (kleine Objectivgläser der Fernröhre) wählen, aberauf solche kleine Linsen fällt natürlich nur wenig Licht auf, und dannist das Bild, wenn gleich rein, doch auch, wegen Mangel an Licht,zu dunkel, um gut gesehen werden zu können. Man nennt diesenFehler der Linsen wegen ihrer kugelförmigen Gestalt die sphärischeAbweichung derselben. Dieselben Linsen haben aber noch einen zwei-ten Fehler, der selbst für eine andere, als die Kugelgestalt, nicht gutwegzuschaffen ist. Die Lichtstrahlen werden nämlich, wie schon obenerinnert wurde, bei ihrer Brechung in farbige Strahlen gespalten,deren jeder seine eigene Brechung hat, so daß also statt eines einzi-gen Bildeö jetzt immer mehrere von verschiedenen Farben entstehen, dieneben einander liegen, und offenbar wieder eine Undeutlichkeit deSBildes hervorbringen müssen. Diesen zweiten Fehler nennt man dieFarbenzerstreuung der Linsen.
Man hat sich lange vergebens bemüht, diesen beiden Fehlern ab-zuhelfen, da auf der Entfernung derselben die Vollkommenheit derFernröhre beruhte. Der große Newton hat diese Entfernung derbeiden Fehler sogar für unmöglich gehalten, weil sie nach seiner Mei-nung, in der Natur der Sache selbst liegen sollten. Euler, der dießnicht zugeben wollte, zeigte, daß die Natur bei der Einrichtung unse-res Auges diese Fehler zu entfernen wußte, und glaubte daher, durcheine, der Einrichtung unseres AngeS ähnliche Verbindung von Glä-sern und Feuchtigkeiten, dem Uebclstande begegnen zu können. Erstützte sich dabei vorzüglich auf die Verschiedenheit der Brechbarkeit