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Kapp, Plato's Erziehungslehre.
Geheimnisse ablocke» läßt. Zu Plato's Zeiten aber war die Astrono-mie, so wie es die Metaphysik noch jetzt ist, ein Aggregat von Hypo-thesen über den Ursprung und den Zweck des Weltalls, über die End-lichkeit oder Unendlichkeit der Materie, über das primitive Chaos, überden Grundstoff aller Dinge, über die Weltseele, über das rons und«rrkipov, das und das ro ou und ^ >ro o», und was
dergleichen vortreffliche Spitzfindigkeiten mehr seyn mochten; und dieseDinge sind eS, die Er in Schutz nimmt, und mit allen Kräften zuculkivircn empfiehlt, während er die auf wirkliche Beobachtungen ge-gründete Astronomie als eine Nebensache, mit der sich blos kleinereGeister beschäftigen mögen, verwirft. „Die wahren Astronomen,"schließt er, „rechne ich daher allerdings zu 'den weisen Männern, aber„nicht die, welche, wie Hesiod (?) und alle anderen seines Gleichen,x«r ereeurrep >r«p T-nrsr»? diese Wissenschaft treiben,
in dem sie den Auf- und Untergang der Gestirne und dergleichen be-obachten, sondern diejenigen, welche die acht Kreise deS Himmels unddie Ordnung der sieben Planeten und die große Harmonie deS Welt-alls erforschen, was allein dem Geiste deü von den Göttern erleuch-teten Menschen würdig und angemessen ist." — Daß aber dieserVorschlag, wenn er genau befolgt worden wäre, zu demselben Zielegeführt hätte, wie der oben erwähnte, obschon ihm gerade entgegenge-setzte, von SokrateS, ist für sich klar.
Uebrigenö ist diese Ideologie, oder, da daS Wort in unserenZeiten durch den zu häufigen Gebrauch eines sehr bekannten Mannesgleichsam eine neue Bedeutung erhalten hat, diese Jdeenlehre, daöunserem Schriftsteller Eigenthümliche, seine Welt, in der er sich freiund mit Wohlgefallen bewegt, und von der unser Verfasser S. 125einen kurzen, deutlichen Abriß gibt. Um nämlich die Wahrheit zuerforschen, muß man sich, nach Plato, aus der Welt der sinnlichenErscheinungen zu jener der Ideen erheben, welche letztere allein dieewig wahren und beständigen Gattungsbegriffe für die, einem immer-währenden Wechsel unterworfenen sinnlichen Gegenstände sind. DieseIdeen sind eS, die den sinnlichen Gegenständen ihre verschiedene Na-tur ertheilen. Die sinnliche Welt steht mit der ideellen im Gegensatze,
") „Und alle diese Astronomikaster," wahrscheinlich ein von Platozuerst gebrauchter Spottname, wie wir Physikaster in ähnlichem Sinne stattPhysiker oder Naturforscher, und Musikaster statt Musiker oder Ton-seher sagen könnren.