Band 
Zweiter Band.
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^Cunningham, briktische Literatur.

gen Ende dieser Periode sah man all die Sänger Englands den Pfadder Natur verlassen, und ihre Muse wand sich künstliche Blumen inihre flatternden Locken. Daran war vorzüglich Johnson schuld, dermit seiner bisher unübertroffenen scharfen Geißel zuerst jene Auswüchseder Poesie und am Ende die ganze Poesie selbst in Mißkredit gebrachthatte, indem er die Dichtkunst nicht mehr als ein Erzeugniß der inne-ren Natur des Menschen, sondern als ein todtes Artefact erklärte.Nicht so tief sank die Prosa zu derselben Zeit, ja einige Koryphäenhielten sie vielmehr kräftig in der alten Höhe. Warburton standan ihrer Spitze, und hier war eS auch, wo derselbe Johnson, be-sonders in seinen „I.iv 69 ok I'oets" einen Scharfsinn, eine Mcnschen-kenntniß, eine Meisterschaft der Darstellung entwickelte, wie sie viel-leicht bisher noch nie gesehen wurde. Nur mit Preis kann man derdrei großen Geschichtschreiber, Hume, Gibbon und Robertsonaus derselben Zeit erwähnen, die für immerwährende Zeiten als glän-zende Muster dastehen werden. Hume berichtet uns in einfachen,männlich kräftigem Styl daS Schicksal Englands von den Zeiten Cä-sars bis zu der denkwürdigen Umwälzung, die der Linie der altenBeherrscher jenes Landes ein plötzliches Ende machte. Er zeichnetemit Meisterhand die Constitution seines Vaterlandes, von dem erstenschwachen Schimmer, den die Lampe der bürgerlichen Freiheit nochschüchtern von sich warf, bis zu dem hellen Lichte, das sie, am Endeder von ihm beschriebenen Periode, über das ganze Land verbreitete.Gibbon wählte unter allen geschichtlichen Gegenständen den größtenunv einflußreichsten, und behandelte ihn auf die ihm würdigste Weise.In eigentlicher Gelehrsamkeit, in beinahe unerschöpflicher Belesenheitund in malerischer Darstellung hat er schwerlich seines Gleichen beiirgend einem andern Volke. Sein Styl ist vielleicht zu geschmückt,und er gibt uns zuweilen eine Spötterei oder ein höhnisches Lächelnstatt einer historischen Wahrheit, aber demungeachtet ist jedes Wortein ausgeprägter Gedanke, und jeder Satz voll tiefen Sinnes. Ro-bertson endlich windet sich, wie ein mächtiger Strom, mit seinenlangen, harmonischen Perioden durch die Gefilde seiner Darstellung,und ist vorzüglich in der beschreibenden Kunst, der körperlichen sowohlals auch der geistigen Objekte, nicht von jenen beiden übertreffenworden. Unter den großen Rednern jener Zeit ragen hervor Pitt,Fox, Grattan, Sheridan und vor allen Burke, der tiefenScharfsinn und feurige Kraft mit wahrhaft classischer Schönheit des